Obersiggenthal
Eltern möchten mehr an der Schule mitwirken

Eine Fachstelle hat die Schule Obersiggenthal evaluiert. Das Ergebnis ist nicht überragend, aber auch nicht besorgniserregend. Einen weiteren Dämpfer erhielt die Schule Obersiggenthal vonseiten der Eltern.

Daniel Vizentini
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Das Oberstufenzentrum (Osos) ist einer von insgesamt zehn Schulstandorten in Obersiggenthal

Das Oberstufenzentrum (Osos) ist einer von insgesamt zehn Schulstandorten in Obersiggenthal

jbo/Archiv

Die Schulen im Kanton Aargau werden alle vier Jahre von einer externen Fachstelle der Fachhochschule Nordwestschweiz überprüft. In diesem Schuljahr war unter anderem Obersiggenthal an der Reihe. «Eine Evaluation ist für uns umso bedeutsamer, da wir im Gegensatz zu Privatschulen nicht der Konkurrenz ausgesetzt sind», sagt der Obersiggenthaler Schulleiter Thomas Birri.

Vergangenen Herbst hat die Schule der Fachstelle eine schriftliche Selbstdarstellung abgegeben. Im Januar wurden die Eltern der Schüler schriftlich befragt. Im März besuchten acht Evaluatoren die zehn Obersiggenthaler Schulhäuser und Kindergärten während vier Tagen. Sie haben Lehrer, Schüler und Eltern interviewt, Unterrichtsstunden besucht und Pausen beobachtet.

Spannungen zwischen Lehrer

Das Ergebnis: Obersiggenthal erfüllt alle Grundanforderungen, in den Bereichen förderorientiertes Lernen, Betriebsklima und Kontakt zu den Eltern leuchtete bei den Evaluatoren aber je eine «Gelbe Ampel» auf. Die Lehrer hätten unterschiedliche Ansichten darüber, was guter Unterricht ist, so Birri. Zwar fördern einige Lehrer seit Jahren ihre Schüler beim Lernen individuell. Dass andere Lehrer noch nach überholten Methoden unterrichten, führe zu Spannungen und hemme die Schule als Ganzes.

Einen weiteren Dämpfer erhielt die Schule Obersiggenthal vonseiten der Eltern. In den Befragungen gaben sie an, sich bei ihren Beschwerden zu wenig erstgenommen zu fühlen. Die Möglichkeiten zur Mitwirkung erachten sie zudem als unzureichend. In den Unterstützungs- und Förderangeboten wie Randstundenbetreuung, Schulsozialarbeit oder Doppelbetreuung im Schwimmunterricht ist Obersiggenthal hingegen top, so wie auch in der Schulführung, der Ausrüstung der Schulhäuser und dem Umgang mit Multikulturalität. «50 Prozent der Schüler haben nicht die Schweiz als Heimatland, 900 Schüler aus 70 Nationen werden bei uns unterrichtet. Dass wir so gut damit umgehen können, ist nicht selbstverständlich», sagt Birri.

Obersiggenthal setzt sich zum Ziel, bis zur Evaluation 2016 im förderorientierten Lehren und in der Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Schulleitung und Eltern zuzulegen. Dann werden neu auch Leistungstests durchgeführt.