Keine guten Nachrichten für Eltern, die ihr Kind in eine Pool-Krippe in der Region schicken: Sie sind in diesen Tagen orientiert worden, dass die Tarife in den Krippenpool-Gemeinden Baden, Ennetbaden, Obersiggenthal und Wettingen erhöht werden. So haben es die Gemeinderäte beschlossen, nicht etwa die Krippen selber.

Daniela Berger, Stadträtin in Baden, begründet den Entscheid mit der «angespannten finanziellen Lage der Gemeinden sowie dem Anstieg der Nachfrage und damit steigenden Subventionsbeiträge». Die Tarife seien jedoch so gestaltet, dass die tieferen Einkommen nicht zu stark betroffen werden, sagt Yvonne Feri, Gemeinderätin in Wettingen.

Allein im Jahr 2014 seien die Subventionen der Poolgemeinden für die Kinderbetreuung um rund 45 Prozent angestiegen, teilt die Geschäftsstelle des Krippenpools in Baden mit. Damit die Kostensteigerung bereits im 2015 abgeschwächt und das Budget 2016 entlastet werde, gelten die neuen Tarife bereits ab 1. August dieses Jahres, teilt der Krippenpool mit. Bei den Tarifen (siehe rechts) sind auch diejenigen für die Säuglinge für alle Eltern um 10 Prozent angehoben worden. Die Eltern werden mit mindestens 40 Prozent des maximalen Tarifs subventioniert.

Ab 2016 werden die Betreuungskosten auf Basis der Steuerdaten von 2014 berechnet. Die Steuerreform 2014 ermöglicht es den Familien, höhere Abzüge für Kinder und Betreuungskosten geltend zu machen. Das steuerbare Einkommen der betreffenden Elternpersonen wird darum sinken. Das wiederum hat zur Folge, dass die Grundlage, die für die Berechnung der Elternbeiträge beigezogen wird, tiefere Tarife ausweisen wird.

Ohne Tarifanpassung würden die Elternbeiträge sinken, heisst es. Doch die neuen Tarife gelten bereits ab August 2015, wenn auch die Eltern erst ab 2016 durch die Steuerreform entlastet werden. Investitionen in Liegenschaften und Einzahlungen in die zweite Säule, wie man sie heute vom steuerbaren Einkommen abziehen kann, dürfen bei der Berechnung der Elternbeiträge nicht mehr in Abzug gebracht werden; die Eltern müssen den Krippenpool darüber informieren.

Die Krippenverantwortlichen haben vorgängig ein ausführliches Informationsschreiben erhalten. Allerdings kritisieren sie, dass sie nicht schon vorher miteinbezogen, sondern direkt vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien. Wo Trägervereine vorhanden sind, müssen sich die Vorstände erst ein Bild machen. Man werde das an der nächsten Sitzung besprechen, heisst es beim «Chinderschlössli» in Wettingen.

Private Krippen nicht glücklich

«Wir sind mit Eltern, für die es eng werden könnte, ständig im Gespräch», sagt Olivier Chevalier von der Krippe «Bäredörfli» in Baden. Ob es Eltern gäbe, die wegen der Tariferhöhung ihre Kinder nicht mehr in die Krippe geben würden, könne er zurzeit nicht beurteilen. Er lässt jedoch durchblicken, dass privatwirtschaftlich getragene Krippen dadurch Einbussen erleiden könnten.

Wenig erfreut über das Vorgehen ist auch Barbara Bochsler, Geschäftsführerin der Kita Baden GmbH, zu der die Krippen Hoi Gömper und Hoi Börzel gehören: «Wir wären gerne in den Entscheidungsprozess einbezogen worden», so Bochsler. Sie ist überzeugt, dass die Tariferhöhung für Krippen, die dezentral gelegen sind, Auswirkungen haben kann. Die Krippenverantwortlichen warten nun erst einmal die Reaktionen der Eltern ab.