Gross war die Aufregung im Juni dieses Jahres, als sich abzeichnete, dass für den Kinderhort an der Zürcherstrasse keine nahtlose Übergangslösung gefunden werden konnte. Denn anders als die Kita «Meister Petz» wurden im Kinderhort auch schulpflichtige Kinder betreut – vor allem Kinder sozial schlechter gestellter Familie. Viele besorgte Eltern fragten sich wohl, wie es nach den Sommerferien weitergeht.

Der zuständige Gemeinderat Andreas Muff versuchte die Gemüter damals zu beruhigen und gab zu Protokoll: «Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Kinder nach den Sommerferien in einem Hort mit 15 Tages-Plätzen betreut werden können.»

Nun, mit einer nahtlosen Lösung hat es zwar nicht geklappt. Doch seit Anfang September gibt es in Neuenhof einen zweiten Hort: Die Wägwyser GmbH bietet an der Lindenstrasse 9 zurzeit 14 Tagesplätze an. «Ziel ist es, dereinst 35 Betreuungsplätze anzubieten – 15 für Kinder im Vorschulalter, 20 für schulpflichtige Kinder», sagt Krippenleiterin Isabella Hunziker. Doch zuerst müsse das Obergeschoss feuersicherheitstechnisch angepasst werden. «Wir betreuen vor allem schulpflichtige Kinder», sagt Hunziker, die zusammen mit zwei Kolleginnen die Kinder betreut. «Wir spüren die Nachfrage für die Betreuung schulpflichtiger Kinder. Hier ist mit dem Wegfall des alten Horts offensichtlich eine Lücke entstanden.»

Gemeinde unterstützt Familien

Der alte Hort an der Zürcherstrasse musste seine Türen schliessen, weil die Gemeinde die Parzelle, auf der das Haus steht, zusammen mit angrenzenden Grundstücken der Garage J. Stocker AG verkauft hatte. Daraufhin entschloss der Verein Tageshort, sich auf Ende 2015 aufzulösen. Mit ein Grund war auch der Entscheid des Gemeinderats, den Leistungsvertrag mit dem Verein zu kündigen. Stattdessen ging die Gemeinde zur Subjektfinanzierung über, wonach die finanzielle Hilfe direkt an die Eltern geht, die das Betreuungsangebot frei wählen können.

So gab die Gemeindeversammlung im Juni grünes Licht für das Reglement über die Gemeindebeiträge an die familienergänzende Kinderbetreuung. Mit diesem sollen einkommensschwache Familien bei der Betreuung ihrer Kinder von der Gemeinde unterstützt werden. Maximal übernimmt die Gemeinde drei Viertel der Kosten. Insgesamt steht der Gemeinde jährlich ein Betrag von 90 000 Franken zur Verfügung. Zudem will die Gemeinde einen Fonds für Kinder-Betreuungsangebote schaffen. Dabei soll der Buchgewinn aus der Veräusserung des ehemaligen Kinderhorts in Höhe von 722 000 Franken vollumfänglich in den Fonds eingebracht werden. In Härtefällen sollen die Fondsgelder angezapft werden können.