«Endlich Nägel mit Köpfen machen»

In einem offenen Brief fordert der Würenloser Ernst Rohrbach Antworten zum Stillstand beim Alterszentrum.

Larissa Gassmann
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So soll das Alterszentrum in Würenlos dereinst aussehen: Das Siegerprojekt «Margerite» wurde 2019 vorgestellt.

So soll das Alterszentrum in Würenlos dereinst aussehen: Das Siegerprojekt «Margerite» wurde 2019 vorgestellt.

Visualisierung: zvg

«Margerite, wo bist du?», fragt Ernst Rohrbach in seinem offenen Brief an den Gemeinderat Würenlos. In seinem Schreiben nimmt der 71-Jährige Bezug auf den geplanten Bau des Altersheims auf der Zentrumswiese. Nach fünfzigjähriger Vorgeschichte wurde der Bau 2013 per Abstimmung besiegelt, im Januar 2019 folgte die Vorstellung des Siegerprojekts «Margerite».

Knapp ein halbes Jahr später wurde das Vorentscheidsgesuch für den Bau ausgeschrieben. Schliesslich war es die Firma Oase Service AG mit Sitz in Dübendorf, die im Dezember den Zuschlag für den Betrieb erhielt. Seither ruht das Projekt. «Ich schreibe diesen offenen Brief an den Gemeinderat, weil ich das Gefühl nicht loswerde, dass im Moment wieder nichts geschieht», so Ernst Rohrbach. Noch wurde kein Bauchgesuch eingereicht, zehn Beschwerden zum Vorentscheid sind derweil hängig. «Nur wir Würenloser, als eigentliche Auftraggeber, wissen nicht, um was es im Moment geht bei diesen Einsprachen», schreibt Rohrbach.

Auf Anfrage verweist Markus Roth, Bauverwalter der Gemeinde, auf die laufenden Verfahren, welche ihm eine Auskunft verunmöglichen. In einem dieser Zeitung vorliegenden Brief, welcher der Vizeammann Nico Kunz (FDP) Anfang Monat an Rohrbach schicken liess, werden allerdings die Details zu den Einwendungen ersichtlich. So wird darauf hingewiesen, dass auf eine Einwendung mangels fehlender Legitimation nicht eingetreten worden ist. Im Zentrum der Einwendungen stehen zumeist die ortsbauliche Einpassung, die Gebäudehöhen und Abstände. Auch die Anzahl der Zimmer rief offenbar Kritik hervor. Aufgeführt wird, dass der Gemeinderat daraufhin zwei Fachgutachten einforderte. Zur Stellungnahme wurden die Gutachten den Einwendern zugesandt. Nur zwei von ihnen wünschten letztlich die Durchführung einer Einigungsverhandlung. Auf diese wird nun aber verzichtet. «Weil das Interesse zu gering ist und weil die Durchführung aufgrund der aktuellen Coronakrise kaum möglich wäre», wie der Brief besagt.

Einwender stellen Fachgutachten in Frage

Im nächsten Schritt sollen die in den Einwendungen erwähnten Vorwürfe und Mängel geprüft werden. Miteinbezogen werden dabei die Fachgutachten. «Wobei auch diese von den Einwendern teilweise kritisiert und in Frage gestellt werden», wie es im Brief steht. Nico Kunz lässt durchblicken, dass der Gemeinderat alles daran setzt, das Verfahren soweit wie möglich voranzutreiben. Im Falle einer Beschwerde gegen den Entscheid des Gemeinderates könnte sich die Sache aber verzögern. Öffentlich will Gemeindeammann Anton Möckel (parteilos) keine Stellung zu den Aussagen aus dem an ihn andressierten Brief beziehen. Da er dem Verwaltungsrat der Alterszentrum Würenlos AG angehört, befindet er sich im Ausstand. «Grundsätzlich ist das Schreiben gut gemeint. Auf diese Weise können wir die Bevölkerung spüren und wissen, wo der Schuh drückt», sagt Möckel. Rohrbach mahnt derweil zur Eile. «Bei diesem Projekt sollen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Unsere ältere Bevölkerung hat das verdient», schreibt er.