Baden
Energy-Video: Ehemalige Videothek-Mitarbeiter sind erbost und kritisieren Chef

Nach dem Konkurs von «Energy-Video» kritisieren ehemalige Mitarbeiter den Geschäftsführer. Er habe die Filiale schlecht geführt. So schlecht, dass das ganze Team per Ende Juli die Kündigung eingereicht hat.

Martin Rupf
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Seit Ende Juni 2013 zu: «Video-Energy» an der Stadtturmstrasse in Baden.

Seit Ende Juni 2013 zu: «Video-Energy» an der Stadtturmstrasse in Baden.

Corinne Rufli

Seit Ende Juni sind die Türen zur Videothek «Energy-Video» an der Stadtturmstrasse wegen Konkurs geschlossen. Im az-Artikel von letztem Samstag gab Jürg Kammermann, Geschäftsführer der Energy-Video GmbH, seinem Bedauern über den Konkurs der Videothek Ausdruck.

Kammermann widersprach insbesondere auch Gerüchten, wonach einige Mitarbeiter in den letzten zwei Monaten keinen Lohn mehr erhalten hätten.

Kammermanns Aussagen kommen bei seinen ehemaligen Angestellten schlecht an. Sie haben de az-Redaktion mehrere Mails geschickt. Die Vorwürfe an Kammermann sind happig. So sei es eine bittere Tatsache, dass die Mitarbeiter die letzten beiden Monatslöhne nicht erhalten hätten – einige würden sogar auf drei Monatslöhne warten.

«Insbesondere stimmt es nicht, dass wir – wie von Kammermann behauptet – auf Lohn verzichtet haben», sagt der ehemalige Angestellte Andreas Salvisberg. Und: Nicht Kammermann habe den Mitarbeitenden gekündigt, sondern das ganze Team bestehend aus elf Personen habe per Ende Juli das Arbeitsverhältnis aufgelöst.

Das entsprechende Schreiben, das über drei Seiten diverse Missstände in der Videothek auflistet, liegt der az vor.

Auf Anfrage der az nimmt Kammermann nur knapp Stellung. «Das sind alles Behauptungen, die so nicht stimmen.» Kammermann dreht den Spiess vielmehr um und kritisiert indirekt seine ehemaligen Angestellten. «So wie der Laden in Baden geführt wurde, konnte er einfach nicht laufen.»

Überhaupt hätten Videotheken in der heutigen Zeit wegen des veränderten Medien- und Konsumverhaltens einen schweren Stand, so Kammermann. Auch das lassen seine ehemaligen Angestellten nicht gelten.

«Herr Kammermann hat die Filiale sehr schlecht geführt», sagt Salvisberg. Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter habe Kammermann über Jahre komplett ignoriert. «Wir warten jetzt nur noch auf die Auszahlung der Insolvenzkasse; dann ist die Geschichte für uns abgeschlossen.»