Auf den kürzlich in Ennetbaden verschickten Wasserrechnungen der Regionalwerke AG Baden steht oben in fetten Buchstaben geschrieben: «Wasserspardüsen für die Haushalte in Ennetbaden».

Darunter eine Empfehlung der Energiekommission, die auf Anregung der FDP Ennetbaden die Bevölkerung aufruft, solche Spardüsen zu verwenden.

«Es ist unter anderem die Aufgabe der Gemeinde, die Bevölkerung auf Methoden, um Energie und Wasser zu sparen, aufmerksam zu machen», sagt Jürg Braga, Vizeammann von Ennetbaden und Mitglied der FDP.

Man wolle die Bevölkerung auf einen sorgsamen Umgang mit Energie und Wasser sensibilisieren. Braga sagt, er habe die Energiekommission von der Idee seiner Partei informiert.

Die FDP hatte zuvor Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen wie Verkehr, Infrastruktur oder Energie erstellt.

Die Gruppe «Energie» hatte sich unter anderem mit Wasserspardüsen auseinandergesetzt. Auf der Wasserrechnung werden sogleich zwei Modelle angepriesen, die die Gruppe nach Absprache mit Spezialisten als geeignet empfindet.

Nur noch halber Wasserverbrauch

Mit dem Einsatz dieser Spardüsen könne der Wasserverbrauch um bis zu 50 Prozent reduziert werden, steht auf der Wasserrechnung. Dies bestätigt das Bundesamt für Energie (BFE) auf seiner Website. Durch das Beimischen von Luft zum Wasser habe der Strahl dieselbe Stärke, trotz weniger Wasser, schreibt das BFE weiter.

Doch es melden sich auch kritische Stimmen. «Wenn man Seife benutzt, braucht diese eine bestimmte Wassermenge, um sich von der Haut zu lösen. Man muss das Wasser also einfach länger laufen lassen, benötigt aber nicht weniger», sagt Marcel Rogantini, stellvertretender Servicechef und Sachbearbeiter bei der Würmli Haustechnik AG Wettingen.

Über eine längere Zeitspanne könne man vielleicht Unterschiede feststellen, wie gross diese sind, wisse er aber nicht.Anders sieht es aus, wenn man eine halbstündige Dusche nimmt. Die Wassermenge, die dort verwendet wird, ist mit einer Sparbrause geringer als mit einer normalen.

Aber auch Cosimo Sandre vom Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches bestätigt, dass es Nachteile gibt: «Durch die Verwendung von Sparbrausen werden die Temperaturschwankungen vom Wasser verstärkt.»

Zusätzlich werde aufgrund der geringeren Wassermenge das Versorgungsnetz zu wenig durchspült, was die Qualität des Trinkwassers beeinträchtigen könne. Dies hat zur Folge, dass über Hydranten das Leitungsnetz vermehrt gespült werden muss.

Die Energiekommission plant nun einen Energieanlass, an dem die Bevölkerung über das Sparen von Energie und Wasser genauer informiert werden soll. «Wir wollen einfache Vorschläge bringen. Auch kleine Aktionen können eine grosse Wirkung haben», sagt Braga. Wann der Anlass stattfinde, sei noch unklar.