Bevölkerungsentwicklung
Entgegen aller Statistiken: In Obersiggenthal gibt es immer mehr Junge und immer weniger Alte

Der Blick auf die Schweizer Bevölkerungsentwicklung zeigt es klar: In unserem Land gibt es immer mehr alte und immer weniger junge Menschen. Nicht so in Obersiggenthal. Hier läuft es genau umgekehrt.

Merken
Drucken
Teilen
Betrug der Anteil der 0- bis 6-Jährigen an der gesamten Bevölkerung in Obersiggenthal im Jahr 2012 noch 3 Prozent, liegt er heute bereits bei 7,7 Prozent. (Archivbild)

Betrug der Anteil der 0- bis 6-Jährigen an der gesamten Bevölkerung in Obersiggenthal im Jahr 2012 noch 3 Prozent, liegt er heute bereits bei 7,7 Prozent. (Archivbild)

Daniel Vizentini

In der rund 8500 Seelen zählenden Gemeinde ist die Zahl der Einwohner im Alter von null bis sechs Jahren explodiert. Und die Zahl der Alten sinkt. Dies berichtet das Regionaljournal Aargau/Solothurn des SRF am Donnerstag.

Betrug der Anteil der 0- bis 6-Jährigen an der gesamten Bevölkerung des Dorfes im Jahr 2012 noch 3 Prozent, liegt er heute bereits bei 7,7 Prozent, heisst es im Bericht.

Für diese ungewöhnliche Entwicklung hat Gemeinderat Walter Vega, unter anderem zuständig für die Ressorts familienexterne Betreuung und Alter, mehrere Erklärungen, wie er gegenüber SRF erklärt. So liege die Gemeinde Obersiggenthal sehr zentral und es sei viel gebaut worden in den letzten Jahren.

Gemeindestrategie zahlt sich aus

Weil diese Faktoren aber auch auf viele andere Gemeinden zutreffen, verweist Vega auch auf die Strategie des Gemeinderates: «Wir wollen eine lebendige Familie sein. Dazu brauchen wir Familien.» Zu dieser Strategie habe das Stimmvolk von Obersiggenthal 2012 Ja gesagt und Geld für das Projekt «Goldiland» bewilligt.

Mit besagtem Projekt schuf die Gemeinde Betreuungsstrukturen für Vorschul- und Schulkinder unter einem Dach. Das Konzept zahle sich aus, erklärt Vega gegenüber SRF überzeugt: «Es gibt Leute, die bei der Gemeinde fragen, was es für ein Angebot gebe. Und wenn sie sehen, dass etwas da ist, dann kommen sie gern in so eine Gemeinde.»

Überdurchschnittliche Sterberate

Die Zahl der Über-65-Jährigen habe in den Jahren von 2012 bis 2016 indes deutlich abgenommen, schreibt das SRF-Regionaljournal weiter. Auch dafür kennt Gemeinderat Vega den Grund. Obersiggenthal habe seit langen überdurchschnittlich viele ältere Einwohnerinnen. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung über 20 Prozent. Der kantonale Durchschnitt liege bei 16 Prozent.

Die logische Folge: viele Leute sterben. «Wir haben eine relativ hohe Zahl von Todesfällen in der Gemeinde», so Vega. «Von den älteren Einwohnern sterben pro Jahr 55 bis 60. Nur so kann ich mir die Abnahme der älteren Bevölkerung erklären.»