Ein Dutzend Angehörige, Freunde und ehemalige Arbeitskollegen haben am offenen Urnengrab, ohne formelle Beerdigung, von ihm Abschied genommen. Mit ihm ist eine Persönlichkeit gegangen, die nie viel Aufhebens von sich gemacht, aber durch ihr Wirken viele Spuren hinterlassen hat.

Rudolf Grütter wurde am 10. November 1919 in Zürich geboren. Als junger ETH-Maschineningenieur trat er 1943 in die BBC Baden ein. Dieser Firma hielt er während seines Berufslebens die Treue. Mit drei Mitarbeitern konnte er 1953 ein erstes Strömungslabor aufbauen.

Rudolf Grütter stieg 1969 zum Leiter Forschung und Entwicklung des Labors auf. 1975 übernahm er dessen Gesamtleitung mit über 200 Mitarbeitenden. Es war zu jener Zeit üblich, dass die in die thermischen Abteilungen der BBC eintretenden jungen Ingenieure ihre Sporen im «Versuchslokal» abzuverdienen hatten. So kamen sie mit der Praxis der Maschinen in Berührung, mit denen sie sich später in Produktentwicklung, Inbetriebsetzung oder Verkauf beschäftigten.

Rudolf Grütters Labor hatte somit auch eine wichtige Ausbildungsfunktion. Zahlreiche Hochschulprofessoren und Kaderleute sind aus dem Labor hervorgegangen. 1980 konnte mit der Einweihung des Labors «Claude Seippel» eine weitere Aufbaustufe abgeschlossen werden.

Sein geselliges Wesen kam bei den traditionellen TX-Skirennen oder im privaten Kreis zum Ausdruck. Sein feiner Humor zeigte sich auch in den von ihm geschriebenen Schnitzelbänken. 1985 ging Rudolf Grütter in Pension. Für seine Verdienste verlieh ihm die ETH Lausanne 1992 die Würde des Doktors der technischen Wissenschaften ehrenhalber.

Rudolf Grütter, verheiratet mit Johanna Figi, hatte eine Tochter und einen Stiefsohn. In seinem Leben hatte er einige Schicksalsschläge zu verkraften. So sind ihm seine Tochter, zwei Enkel sowie seine Frau ihm im Tod vorausgegangen. Seine letzten Jahre verbrachte er zurückgezogen im Altersheim St. Bernhard Wettingen.(WS)