Obersiggenthal
Er ist der Hüter der Nussbaumer Eisfeld-Tradition

Zum 47. Mal hat Eismeister Werni Fink das Natureisfeld auf dem Schulhausplatz Bachmatt eröffnet. So schafft der 66-Jährige es immer wieder, ein Eisfeld in Nussbaumen zu erstellen.

Alexander Niedrist
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Dank dem 66-jährigen Eismeister Werni Fink kann – wie schon zu seiner Kindheit –vor dem Schulhaus Bachmatt wieder Eishockey gespielt werden.

Dank dem 66-jährigen Eismeister Werni Fink kann – wie schon zu seiner Kindheit –vor dem Schulhaus Bachmatt wieder Eishockey gespielt werden.

Alexander Niedrist

Ab sofort können Jung und Alt vor dem Bachmattschulhaus wieder Pirouetten drehen und Eishockey spielen. Werni Fink hat es erneut vollbracht: Dank tiefer Temperaturen letzte Woche hat der leidenschaftliche Eismeister bereits zum 47. Mal ein Natureisfeld auf dem Nussbaumer Schulhausplatz angelegt.

Mit einem normalen Gartenschlauch hat der 66-jährige Obersiggenthaler tags und nachts den Kiesplatz periodisch mit Wasser begossen. «Das Eis muss mindestens drei Zentimeter dick sein, um darauf fahren zu können», erklärt der pensionierte Mechaniker. Gut zehn Stunden während dreier Tage war der Wasserhahn dafür offen. «Der Trick ist aber ganz einfach: Weniger Wasser ist mehr.» Umso weniger er giesse, desto schneller gefriere es und so bilde sich nie ein See.

Um den guten Zustand des Natureisplatzes möglichst lange zu erhalten, hat Werni Fink Sperrzeiten geschaffen. Zudem darf man nicht mit Strassenschuhen auf das Eis, weil Streusalz und Schuhsohlen dem Eis schaden.

Der alte Pausenplatz wurde vor vielen Jahrzehnten extra so gebaut, dass im Winter ein Eisplatz erstellt werden kann. «Der Boden besteht nämlich aus Kieselsteinen», sagt Werni Fink. «Durch diese schmilzt das Eis nicht so schnell wie beispielsweise auf einem Teerplatz.» Das Wasser, die Scheinwerfer und die Banden, die das Eisfeld einrahmen, zahlt die Gemeinde. «Ohne diese Unterstützung hätte es nie geklappt, einen solchen Platz herzustellen», weiss der Eismeister.

Eismeister seit 1968

Werner Fink hat sich schon als Kind ins Eiskunstlaufen verliebt. «In der fünften Klasse habe ich meine ersten Schlittschuhe bekommen. Nach der Schule rannten meine Kameraden und ich sofort los, um als Erste auf der Eisbahn in Nussbaumen herumkurven zu können», sagt Fink. Es gefiel ihm so sehr, dass er nach der Lehre ab 1968 selbst zum Nussbaumer Eismeister wurde. «Das Eisfeld in Obersiggenthal gibt es seit mehr als einem halben Jahrhundert», sagt der 66-Jährige. «Es ist eine Tradition, die ich unbedingt aufrechterhalten möchte.» So dreht auch Werni Fink heute noch seine Runden auf dem Eisfeld und spielt mit den Jugendlichen Eishockey.

Dass sie das tun können, liegt aber nicht in Finks Gewalt: «Natur und Wetter spielen eine grosse Rolle.» Sind die Temperaturen zu hoch, hat es zu wenig oder auch gar kein Eis. Um allfällige Schäden am Feld zu verhindern, hat Werni Fink beispielsweise auch gestern das Eisfeld schliessen müssen. «Dann heisst es jeweils abwarten und hoffen, dass die Temperaturen wieder sinken und ich eine neue Wasserschicht darüber giessen kann.»

Noch viele Winter mit Fink

Werner Fink lernt heute noch Neues über das Eis. Er verfeinert jedes Jahr seine Vorgehensweise. «Ich habe gemerkt, dass nur schon ein wenig Schnee und ein paar Tropfen Wasser genügen, um kleine Löcher zu flicken», sagt er. Von seinem Hobby hat er noch lange nicht genug. «Wenn das Wetter passt und ich gesund bleibe, werde ich das Eisfeld noch viele Winter aufs Neue anlegen.»