Die Abdankungshalle musste seitlich geöffnet und mit Sitzbänken zusätzlich bestuhlt werden, damit alle Platz fanden, die sich von Peter Blöchlinger vergangene Woche verabschieden wollten. Es kamen sehr viele. Wen erstaunt’s – der Verstorbene, von Berufes wegen ein Vertreter der Rechte, war auch ein Anwalt der Menschenfreundlichkeit. Selbst Kontrahenten im Berufsalltag schätzten seine faire Art. Freundlich, gewinnend, ehrlich und oft selbstlos, wenn es sein musste, direkt und unmissverständlich erlebte man ihn im Umgang – ein Mensch der Gefühle, für den Respekt und Verständnis stets wichtig waren. In der Sache bestach Peter Blöchlinger durch Scharfsinn. Gespür und Weitsicht. Was er sagte, war präzis und klar, und wo der Raum dazu passend, liess er eine Prise geistreichen Humors einfliessen. Oder noch lieber: etwas trockene Ironie.

Bei seinem arbeitsreichen Alltag bedeuteten ihm Orte des Rückzugs um so mehr. Bei jazziger Musik, Sport oder auf einer Ausfahrt mit dem «Roller-Grüppli» fand er den Ausgleich. Ausserdem war Peter Blöchlinger ein ausgesprochener Familienmensch, was er Ehefrau Suzanne, Söhne und Enkelkinder spüren liess. Werte sowie Momente der Harmonie und Herzlichkeit waren für ihn wichtig, liess er immer wieder durchblicken. Das erlebten auch die «Wettermacher», die legendäre Badenfahrt-Vereinigung, oder jene, die in der «Gesellschaft für Leibes- und Geistesertüchtigung Baden» mit ihm dem gemeinsamen Fussball und dem gemütlichen Teil danach frönten. Sein Weg ist begleitet von guten Freundschaften, so unter anderen die 40-jährige Büro-Partnerschaft mit Rechtsanwalt und Freund Richard Eichenberger.

Wenn es um die Sache ging, konnte sich Peter Blöchlinger ausgesprochen kämpferisch zeigen. Davon profitierte die Stadtcasino AG, deren Verwaltungsrat er 25 Jahre lang angehörte, 20 Jahre als Verwaltungsratspräsident, und die Stadt Baden selber. Die Erfolge des Casinos und der Trafo-Hallen sind auf seine Verdienste zurückzuführen. Als Vermächtnis quasi verfasste er die Broschüre «Vom Kursaal zum Grand Casino Baden».

Den Kampf gegen den Krebs, den man vor zwei Jahren beim ihm entdeckte, hat Peter Blöchlinger nun verloren. Er klammerte sich bis fast zuletzt an die Hoffnung, ihm entrinnen zu können. Beeindruckend war der Auftritt an seiner Abschieds-GV Mitte Juni. Obschon gezeichnet von Therapien, sprühte er am Rednerpult nochmals vor Energie. Peter Blöchlinger hinterlässt nichts als Lücken. Eine traurige Feststellung, über die all die schönen Erinnerungen an ihn hinweghelfen mögen.