Spreitenbach
Er will die Menschen mehr ins Gemeindeleben integrieren

Mit dem«Projet urbain» oder «Langäcker bewegt» soll die Bevölkerung in Spreitenbach besser ins Gemeindeleben integriert werden. Angesprochen werden sollen keineswegs nur Ausländer, sondern etwa auch ältere Personen.

Dieter Minder
Merken
Drucken
Teilen
«Projekt Urbain» in Spreitenbach will Integration verbessern
8 Bilder
Jasper Haubensak mit seinem Wagen unterwegs im Langäckerquartier
Hochhäuser im Langäckerquartier
In diesem ehemaligen Postwagen führt Jasper Haubensak Spiele mit
Geschlossener Durchgang im Langäckerquartier
Einkaufswagen stehen Langäckerquartier bereit
Die Mütter freuen sich über das Engagement ihrer Kinder
Der zum temporären quartierbüro umfunktionierte Bauwagen

«Projekt Urbain» in Spreitenbach will Integration verbessern

Alex Spichale

Vor dem Quartierzentrum Langäcker sitzt etwa ein Dutzend Frauen und Männer bei einem Kaffee oder einem kühlenden Getränk: Sie sind Gäste in der Cafébar Langäcker.

Auf der Wiese daneben steht ein bemalter Bauwagen, davor sitzen Kinder an einem Tisch und malen: Es sind der dreijährige Keveen sowie Jasmin und ihr kleiner Bruder Kadir. Konzentriert zeichnen sie: ihre Familie, Tiere und was sie in den letzten Tagen erlebt haben.

Angeleitet werden die Kinder von Jasper Haubensak. Sein offizieller Titel als Mitarbeiter der Gemeinde ist Leiter Quartierentwicklung, doch hier ist er alles andere als Verwalter: Die Kinder sehen in ihm einen grossen Freund, der ihnen hilft.

Sie kommen regelmässig vorbei, um mit ihm einen Teil ihrer Freizeit zu verbringen. «Über die Kinder komme ich auch in Kontakt mit deren Eltern», sagt Haubensak.

Treffpunkt für alle Menschen

Denn die Idee des Projektes ist es, die Bevölkerung mehr in das Gemeindeleben zu integrieren. Dabei stehen nicht nur Menschen mit ausländischer Herkunft im Vordergrund. «Im Quartier wohnen viele ältere Leute», sagt Haubensak. Hier besteht die Gefahr der Vereinsamung, dem die Gemeinde entgegenwirken will. Für die Erwachsenen wurde die Cafébar Langäcker ins Leben gerufen.

Sie ist jeden Mittwochnachmittag offen. «Die Freiwilligen betreiben sie selbstständig», sagt Haubensack. Besonders freut ihn, dass sie zum Treffpunkt von Personen aus der ganzen Gemeinde geworden ist. «Das ist ein Beitrag für die Integration der verschiedenen Kulturen und Generationen.» Die Cafébar befindet sich im selben Gebäude wie die Gemeindebibliothek und die Freizeitwerkstatt, also mitten im Langäckerquartier.

Sowohl die Cafébar wie das temporäre Quartierbüro hat die Gemeinde im Rahmen des «Projet Urbain» entwickelt. Nun steht die 2. Phase bevor. Dafür sollen die Spreitenbacher an der Gemeindeversammlung 320 000 Franken bewilligen. Nach Abzug der Bundes- und Kantonsbeiträge verbleiben Spreitenbach noch Nettokosten von 110 000 Franken. Lanciert wurde das «Projet urbain» vom Bund.

Es ist Teil seiner Strategie, die Integration der Bevölkerung zu fördern und die Qualität der Lebensräume zu erhalten und zu verbessern. Entsprechend wird es von den Bundesämtern für Raumentwicklung (ARE), für Migration (BFM) und für Wohnungswesen (BWO) sowie der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) und der Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM) getragen. Insgesamt zehn Gemeinden sind am Projekt beteiligt darunter auch Regensdorf und Schlieren.

Ein Park mit Hochhäusern

Die 2. Phase wird auch als Teilprojekt «Vision 2030» bezeichnet. «Nun sollen die Vorstellungen aus der 1. Phase umgesetzt werden», sagt Haubensak. Unter anderem sind solche in einem Wunschplan für das Langäckerquartier festgehalten. Der Plan zeigt, wo sich die Bewohner Bänke, Spazierwege und eine bessere Beleuchtung wünschen. «Die Hochhäuser stehen in einem Park», stellt Haubensak fest und ergänzt: «Dieser soll erlebbarer und durchlässig werden.»

Entlang der Landstrasse in Spreitenbach wird in einigen Jahren die Limmattalbahn verkehren. Damit wird das Langäckerquartier als Wohngebiet noch attraktiver. Zusätzlich sollen bestehende Gewerbegebiete für Wohnbauten freigemacht werden. Das ist ein weiterer Anknüpfungspunkt an die «Vision 2030» des «Projet urbain».