Baden

Erfolg für Projekt von Badenmobil: «Wir haben heute kein Auto mehr»

Die Fahrerin ist mit einem E-Bike unterwegs.keystone

Die Fahrerin ist mit einem E-Bike unterwegs.keystone

Ein Jahr nach dem Projekt «multimobil unterwegs» hat sich bei den Teilnehmenden einiges verändert. Einige verzichten auf das Auto andere reduzieren ihren Autobestand.

«Es ist ganz anders geworden», sagt der 53-jährige Hansjörg Oehler. «Ich habe kein Auto mehr und fahre fast jeden Tag mit dem E-Bike zur Arbeit ans Paul-Scherrer-Institut.» Oehler war einer der Teilnehmer, die vor einem Jahr im Rahmen des Projektes «multimobil unterwegs» von Badenmobil für einen Monat auf das Auto verzichteten.

Schon vor dem Projekt habe er darüber nachgedacht, das Auto abzugeben: «Ich hätte es vorführen müssen.» Der Projektmonat hat ihn in seinem Entschluss bestärkt, künftig ohne Auto zu leben. «Ein E-Bike muss aber sein», sagt Oehler. Er wohne auf der Badener Allmend. Besonders wenn er einkaufen geht, schätzt er es, dass er nicht das normale Velo für den steilen Weg nehmen muss. Im Winter oder bei starkem Regen nutzt er die öffentlichen Verkehrsmittel.

Familien brauchen das Auto

Bei Carole und Lukas Muggli hat das Umdenken noch etwas länger gedauert. Aber auch sie haben seit diesem Mai kein Auto mehr. «Ich habe mir ein E-Bike gekauft und nutze dieses für meinen Arbeitsweg», sagt Carole Muggli. Ihr Mann sei schon vorher mit öffentlichen Verkehrsmitteln gependelt. «Ohne die Teilnahme am Projekt wären wir wohl kaum auf die Idee gekommen, es ohne Auto zu probieren», sagt Muggli.

Anders ist die Situation bei den beiden Familien, die am Projekt teilnahmen. Christoph und Patrizia Schott mit ihrer Tochter Larissa überlegen sich im Moment, das Zweitauto abzugeben. Sicher ist, dass Christoph Schott sich für den Arbeitsweg von Fislisbach nach Brugg ein E-Bike kaufen will. «So komme ich nicht so verschwitzt an, wie wenn ich das normale Velo nehmen würde, aber ich habe trotzdem jeden Tag Bewegung.»

Investition liegt nicht drin

Auch Rahel Rohrbach mit den drei Kindern Julian, Luisa und Manuel schätzt das Auto. «Ich nutze es aber sicher bewusster, seit ich beim Projekt mitgemacht habe.» Insbesondere Tochter Luisa könnte sofort ohne Auto leben.

«Für mich ist das Auto insbesondere dann wichtig, wenn ich zu einer bestimmten Zeit daheim sein muss oder wenn die Kinder irgendwo hin müssen», sagt Rohrbach. Pendeln mit dem E-Bike könnte sie sich zwar durchaus vorstellen, aber diese Investition liegt im Moment nicht drin.

Eigene Mobilität überprüfen

«Etwas habe ich während des Projekts gelernt: Ich muss nicht mehr 700 Sachen an einem Tag machen, nur weil das mit dem Auto machbar ist.» Entschleunigung sei hier das Stichwort, meint Rohrbach.

Wer seine eigene Mobilität überprüfen will, der kann das am nächsten Samstag im Rahmen des Mobilitätstages tun. Badenmobil lädt auf dem Theaterplatz zu verschiedenen Aktionen ein.

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