Noch 16 Tage läuft die Petition von Robin Röösli auf der Online-Plattform Petitio.ch. Er fordert, die Stadt Baden soll einen Pilotversuch lancieren und auf grösseren öffentlichen Plätzen, wie dem unteren Bahnhof- oder Theaterplatz Recyclingstationen aufstellen, ähnlich wie sie die SBB in den Bahnhöfen hat (az vom 8. Februar). Heute wird der Abfall aus den öffentlichen Mülleimern der Stadt ohne Aussortieren von PET, Alu und Altpapier direkt verbrannt. «Das ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll», argumentiert der 21-jährige Jung-Freisinnige. Innert fünf Tagen hatte die Petition über 160 Unterstützer; nötig sind 200, damit das Anliegen an die kommunalen Behörden übermittelt wird. Inzwischen hat die Petition diese Marke geknackt und über 240 Unterstützer. «Ich habe zahlreiche Mails von Fremden bekommen, die meine Idee sehr gut fanden. Auch auf Facebook wurde die Petition viel geteilt.» Die Reaktionen hätten ihn weiter ermutigt, sagt Röösli. Eine Online-Umfrage des «Badener Tagblatts» zeigt: Über 88 Prozent finden, die Stadt solle solche Recyclingstationen einführen. «Auch das ist für mich eine Bestätigung, dass die Bevölkerung das möchte», sagt er.

Und doch: Der Werkhofleiter Thomas Stirnemann hatte bereits darauf aufmerksam gemacht, dass er und seine Mitarbeiter schon mehrere solche Recyclingversuche auf dem unteren Bahnhof- und Theaterplatz gemacht hätten, diese aber nicht sehr gut funktioniert hätten. Ob der Abfall richtig getrennt werde, hänge letztlich vom Publikum ab. Interessant: Die SBB erreichen mit ihren Recyclingstationen eine Quote von 95 Prozent korrekt entsorgten Abfalls. «Auf dem Perron, wo Pendler auf den Zug warten, mag das funktionieren, doch in der Stadt mit einem Ausgehpublikum wird der Müll am Wochenende und zu später Stunde kaum noch richtig getrennt», sagte Stirnemann. Zudem brauche es in der Stadt Recyclingstationen, die robuster, schwerer und einfacher gebaut seien, als jene der SBB.

Langfristige Sensibilisierung nötig

Für Röösli ist klar: «Es wird etwas kosten und braucht Zeit. Doch man muss langfristig denken.» Kaum etwas sei von Anfang an top erfolgreich und es brauche eine langfristige Sensibilisierung. «Ich bin gerne bereit, mich zu engagieren und mitzuhelfen, sollte es mit dem Pilotversuch klappen.» Der Freienwiler ist auch bereits im Gespräch mit Unternehmen, die sich nach der Berichterstattung bei ihm gemeldet haben und für einen Pilotversuch gratis Recycling-Stationen zur Verfügung stellen würden. «Vorerst will ich abwarten, was die Stadt auf meine Petition antworten wird.» Er werde aber sicher das Gespräch mit dem Werkhof suchen. Dort tüftelt man derzeit an einem neuen Versuch für Recycling-Stationen. Mit witzigen Sprüchen, sollen auch Abfall-Trennmuffel animierten werden, ihre PET-Flasche richtig zu entsorgen. «Dass der Werkhof nochmals an einer Lösung arbeitet, ist sicher gut», sagt Röösli. Ungeachtet dessen sei es aber wichtig, dass die Bevölkerung mit der Petition diesem Wunsch Nachdruck verleiht.