Das Bärenkostüm ist abgelegt, die Maske in die Ecke gestellt. In vielen Gemeinden zeugen nur noch bunte Konfetti am Boden vom fasnächtlichen Treiben der vergangenen Tage. In der Hochburg Luzern kam es zu einigen Zwischenfällen: So hat sich ein Fasnächtler beim Sturz vom Balkon eines Restaurants am frühen Freitagmorgen schwer verletzt, fast zeitgleich zündete ein Zuschauer während eines Guggen-Konzerts mitten in der Menschenmenge eine Knallpetarde.

Wie ist das Fasnachtswochenende in Baden vonstattengegangen? Die Stadtpolizei hat nach den Übergriffen auf Frauen in Deutschland die uniformierte polizeiliche Präsenz massvoll erhöht – gross ausrücken musste das gestärkte Korps aber glücklicherweise nicht: Die Veranstaltungen seien friedlich verlaufen, sagt Chefpolizist Martin Brönnimann. Zwar seien einige Meldungen wegen Ruhestörung eingegangen, auch habe es Fasnächtler gegeben, die zu viel Alkohol konsumiert hätten, doch alles in allem sei «nichts Aussergewöhnliches» passiert. Marco Bellafiore, Mediensprecher am Kantonsspital Baden (KSB), bestätigt: «Bezüglich übermässigen Alkoholkonsums kann man sagen, dass wir gleich viele Patienten behandelt haben wie an jedem anderen Wochenende auch.» Ebenso waren im Notfallzentrum sehr wenige Fasnächtler zugegen. «Fazit: Von der Fasnacht haben wir kaum etwas bemerkt.» Zufrieden, dass es zu keinen Zwischenfällen kam, ist auch Bernhard Schmid, Brödlimeister und Co-Präsident des Organisationskomitees Badener Fasnacht: «Wir sind glücklich. Die soziale Kontrolle hat sehr gut funktioniert.»

Belästigungsklagen blieben aus

Bei den Sicherheitsverantwortlichen in der Region ist das Echo ähnlich. So hat die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal ein ruhiges Wochenende erlebt. Der Nachtumzug in Mellingen sei friedlich vonstattengegangen genauso wie andere Veranstaltungen auch, sagt Polizeichef Daniel Schreiber. Eigens für die Fasnacht das Personal aufgestockt hat die Repol aber nicht. «Die Patrouillen waren ganz normal im Dienst.» Die Kollegen der Repol Wettingen-Limmattal ziehen ein ähnliches Fazit: «Wir sind froh, dass die Fasnacht in ruhigen Bahnen verlaufen ist», sagt Polizeichef Roland Jenni. Man habe im Vorfeld befürchtet, dass es zu Belästigungen kommen könnte. Glücklicherweise seien Klagen aber ausgeblieben.

Auch in Würenlingen, wo am Umzug rund 10 000 Personen zugegen waren, blieben Zwischenfälle aus. Zur Sicherheit liess die Gemeinde aber die Strassenbeleuchtung brennen: Dies, weil sich nach der Fasnachtseröffnung am 9. Januar Widerstand geregt hatte. Gegen den Entscheid, während einer viermonatigen Versuchsphase die Strassenbeleuchtung von ein bis fünf Uhr abzuschalten.