Würenlos
Erlös aus Solidaritätsmarsch geht an blinde und sehbehinderte Tibeter

Die Schüler sind auf Spendenfang, und die Drittweltgruppe trifft die letzten Vorbereitungen: Am 10. September findet der traditionelle Solidaritätsmarsch statt. Dieses Jahr wird die Stiftung «Vision Tibet» unterstützt.

Fabienne Eichelberger
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Der Würenloser Karl Wiederkehr setzt sich für benachteiligte Menschen ein. FEI

Der Würenloser Karl Wiederkehr setzt sich für benachteiligte Menschen ein. FEI

Mit dem Erlös aus einem Solidaritätsmarsch sollen in Tibet Augenkliniken aufgebaut und Blinde geheilt werden.

«Ich bin zufällig darauf gestossen», erzählt Karl Wiederkehr, Leiter der Drittweltgruppe Würenlos. An einer Ausstellung habe er den Flyer von «Vision Tibet» entdeckt und anschliessend im Internet recherchiert. «Ich fand es eine tolle Sache und habe mit dem Präsidenten der Stiftung, Thomas Büchli aus Rüfenach, Kontakt aufgenommen.»

Tibeter leiden unter Grauem Star

«Vision Tibet» hat zum Ziel, den Aufbau von festen Augenabteilungen und Operationsmöglichkeiten in tibetischen Spitälern sowie mobile, chirurgische Augencamps in den abgelegenen Gebieten zu ermöglichen.

In Tibet ist die Anzahl Blinder und Sehbehinderter überdurchschnittlich hoch. Aufgrund der Höhenlage ist die Bevölkerung anfälliger für den grauen Star. Eine Trübung der Augenlinse, die operativ behandelt werden kann: «Während eine solche Operation bei uns zirka 5000 Franken kostet, betragen die Kosten in Tibet zwischen 50 und 100 Franken», erklärt Wiederkehr.

Ein Betrag, der für die Einheimischen zu hoch ist, auf die Schüler aber motivierend wirkt. «Mit ihrer Spende ist es möglich, einer Person das Augenlicht zu schenken», sagt Wiederkehr. Darüber wurden die Kinder und Jugendlichen an einer Infoveranstaltung orientiert. Der Drittweltgruppe ist es nämlich ein Anliegen, die Bevölkerung – und insbesondere die Schulen – über Entwicklungsprobleme zu informieren. Der Solidaritätsmarsch ist dabei ihr Hauptinstrument.

Selbsthilfe soll gefördert werden

«Wir wählen immer wieder andere Projekte, über die wir informieren und die wir unterstützen», sagt der Leiter der Gruppe. So ist ihnen sowohl ein Wechsel zwischen den Kontinenten als auch die Themenvielfalt sehr wichtig. Gemäss Wiederkehr gibt es nur ein konstantes Kriterium bei allen Projekten: «Es muss stets Hilfe zur Selbsthilfe sein.» Den betroffenen Personen soll ermöglicht werden, etwas dazu beizutragen, ihre Situation zu verbessern. «In den letzten Jahren haben wir schon 250000 Franken zusammengetragen», sagt Wiederkehr. Nicht selten werden von Würenlosern geleitete Projekte unterstützt. Wiederkehr: «Es ist ein Vorteil, wenn man die Projektleiter persönlich kennt und weiss, dass sie vertrauenswürdig sind.» Er sehe es als «eine Art Verpflichtung, Solidarität mit denen zu zeigen, denen es schlechter geht als uns».

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