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Erneuerbare Energien: Baden soll den Atomausstieg bis 2024 realisieren

Baden soll den Atomausstieg bis 2024 realisieren. (Archiv)

Baden soll den Atomausstieg bis 2024 realisieren. (Archiv)

In Aarau wurde bereits im Herbst 2010 eine Volksinitiative für den Atomausstieg bis 2025 eingereicht. Jetzt reissen die Grünen und die politische Gruppierung team baden die Atomausstiegs-Diskussion auch in Baden an.

In drei Vorstössen verlangen Stefan Häusermann (Grüne) und Jonas Fricker (team) vom Stadtrat ein Umdenken in der Energiepolitik. Ziel: Der Eigenbedarf an elektrischer Energie und Wärme soll weitgehend durch erneuerbare Energieträger gedeckt werden. Man beruft sich auf den Bundesrat, der am 25. Mai bereits dazu aufgerufen habe.

Von 65 auf 0 Prozent in 13 Jahren

Mit einer Motion will Häusermann den Stadtrat beauftragen, das Energieleitbild 2006 so zu überarbeiten, dass der Ausstieg aus der Atomenergie bis spätestens 2024 realisiert werden kann. 2009 bezog Baden 65 Prozent der elektrischen Energie aus Atomstrom; der schweizerische Durchschnitt liegt bei 39 Prozent.

«Das erfordert für den kurzfristigen Atomausstieg in Baden besondere Anstrengungen, die im überarbeiteten Energieleitbild aufgezeigt werden sollen», sagt Häusermann. Er sieht in den Bereichen Energiesparen und Energieeffizienz grosses Potenzial, das durch zunehmend bewussteren Umgang mit Energie verstärkt werde. Für Häusermann ist klar, dass auch die Gemeinden gefordert seien. «Hier kann Baden als Energiestadt mit Gold Award vorausgehen.»

In einer gemeinsamen Motion wollen Häusermann und Fricker einen «Standard-Strommix» einführen, der «zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien produziert wird. Der Stadtrat soll darum beauftragt werden, die Regionalwerke AG Baden (RWB) zu einem solchen Standard-Strommix zu verpflichten. «Alle Kunden, die nicht aktiv ein anderes von der RWB angebotenes Produkt wählen, erhalten automatisch Strom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien produziert wird», so die beiden Motionäre.

Freie Wahl für die Konsumenten

Bislang ist es umgekehrt: Wer Umwelt-Aquästrom beziehen will, zahlt einen Zusatzpreis, womit auch ökologische Projekte finanziert werden. Die Zahl der Privaten und der Unternehmen, die auf diesem Weg erneuerbare Energie beziehen, sei erfreulicherweise im Steigen begriffen, sagen Häusermann und Fricker. Die RWB sollen auf diesem Weg in die Pflicht genommen werden und aktiver die erneuerbaren Energien fördern. Die Konsumenten hätten dabei immer noch die freie Wahl.

Die beiden Motionen haben verpflichtenden Charakter, falls sie überwiesen würden. Mit einem weiteren Vorstoss in Form eines Postulats wollen Fricker und Häusermann den Stadtrat beauftragen, die Einführung eines progressiven Stromtarifs auf seine Wirksamkeit hin zu prüfen. Laut den beiden Einwohnerräten sollen Varianten ausgearbeitet werden, die sowohl einen Spareffekt haben als auch einen Gewinn an Effizienz bringen würden.

So könne die Grundpauschale beseitigt und ein Bonus-Malus-System oder eine Progression des Netznutzungs- und/oder Energiepreises eingeführt werden. Dies soll möglichst auf wirtschaftsverträgliche Weise erreicht werden. Den Einwohnerräten geht es darum, dass im schonenden Umgang mit Energie nebst dem freiwilligen oder obrigkeitlich (unter Leidensdruck) verordneten Sparen effiziente Technologien erneuerbarer Energien gefördert werden. «Die ökologische Modernisierung der Wirtschaft ist ein Muss», so weisen Fricker und Häusermann auch auf die weltweite Knappheit der Ressourcen hin.

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