Freienwil

Erneut Widerstand gegen Antenne – auch der Gemeinderat wird kritisiert

Im Funkloch Freienwil wird auch der zweite Anlauf der Swisscom für eine Mobilfunkanlage für Einsprachen sorgen.

Schon der erste Standort der Mobilfunkantenne war den Freienwilern ein Dorn im Auge.

Schon der erste Standort der Mobilfunkantenne war den Freienwilern ein Dorn im Auge.

Noch bis am Montag, 28.September, liegt in Freienwil das neue Baugesuch der Swisscom für eine Mobilfunkanlage mit Mast, Systemtechnik und neuer Antenne bei der Sportanlage Maas am Dorfeingang auf. Es ist fast der gleiche Standort wie vor drei Jahren, als die Swisscom ein erstes Baugesuch für eine Antenne in der Höhe von 25 Metern eingab. Auf dieses gingen 46 Einsprachen ein. Einer der vorherrschenden Gründe: Die Antenne gleich beim Eingang des Dorfes störe das Ortsbild.

Deshalb kam es zu einer Überprüfung von 49 weiteren Standorten, man fand aber keinen passenden Alternativstandort – und blieb beim «bedingt geeigneten» Platz bei der Sportanlage. Anfang Jahr wurde das Baugesuch von der Swisscom zurückgezogen und von der Gemeinde abgeschrieben, aber mit der Aussicht auf eine neuerliche Eingabe der Swisscom.

Das Ende August eingereichte Baugesuch beinhaltet eine Antenne in der Höhe von nur noch 18 Metern, die ausserdem etwas weiter vorne, also näher bei den Häusern, zu stehen kommen soll. Dank der weniger hohen Antenne, so der Gemeinderat, und der besseren Einbettung in die dortigen Pappeln sei das Ortsbild nicht mehr derart tangiert.

2017 wehrten sich insgesamt 159 Personen gegen das erste Baugesuch. Für eine Kollektiveinwendung wurden 114 Unterschriften gesammelt. Auch beim erneuten Baugesuch macht sich wieder Unmut im Dorf breit, wieder wird es zu Einwendungen kommen. Dabei wird nicht nur weiterhin der Standort bemängelt, sondern auch fehlende Transparenz und Kommunikation von Seiten des Gemeinderats, wie aus dem Dorf zu vernehmen ist. So sei es für Laien nur schwer ersichtlich, dass es sich um eine 5G-fähige Antenne handle. Diese wesentliche Information werde erst nach genauem Lesen der Unterlagen sowie nach Konsultation von Personen mit technischem Fachwissen ersichtlich. Nur aus den Frequenzen könne herausgelesen werden, dass auch 5G möglich wäre.

Gemeinderat weist Vorwürfe zurück

Der für dieses Geschäft zuständige Vizeammann Othmar Suter weist den Vorwurf der mangelnden Transparenz und Kommunikation zurück. Er legt Wert darauf, dass immer alle bekannten Fakten der Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht worden seien. Die Bevölkerung sei mit dem zweimal pro Monat erscheinenden Mitteilungsblatt «Freienwil Aktuell» unter der Rubrik Schlüsselprojekte auf dem Laufenden gehalten worden. «Bereits an einer öffentlichen Informationsveranstaltung vom 6.November 2018 ist informiert und dabei auch 5G angeschnitten worden», sagt Suter.

Mit der Einsetzung einer Kommission für die Suche nach einem Alternativstandort habe der Gemeinderat keinen Aufwand gescheut, um für Freienwil die bestmögliche Lösung zu finden. In diese Kommission sei auch ein Antennengegner berufen worden. An einer weiteren Informationsveranstaltung vom 11.Juni 2019 sei die Bevölkerung über den Zwischenstand informiert worden. Nach Beendigung der Arbeit der Spezialkommission habe man im November 2019 an einer weiteren Veranstaltung die aktuellsten Informationen weitergegeben. Der Schlussbericht der Kommission vom 30.Oktober 2019 könne auf der Gemeindeverwaltung immer noch eingesehen werden. Danach sei in weiteren «Freienwil Aktuell»-Ausgaben über die Mobilfunkantenne informiert worden. Und das neuerliche Baugesuch sei ordnungsgemäss ausgeschrieben worden, «wobei wir bewusst bis nach dem Ende der Ferienzeit zugewartet haben», so Suter.

Ausserdem würden Baugesuche für Mobilfunkantennen technologieneutral gehalten. «Die Abteilung für Umwelt des Departements für Bau, Verkehr und Umwelt hat das Baugesuch bezüglich Sendeleistung auf drei Frequenzbändern geprüft, die auch die 5G-Technologie enthalten.» Die geplante Antenne sei zwar 5G-tauglich, aber zum heutigen Zeitpunkt würde die Swisscom die Anlage mit dem 4G-System betreiben. «Es ist aber davon auszugehen, dass, wenn sich 5G weiter etabliert, diese Frequenz genutzt würde.»

Die Abteilung für Umwelt bestätige in einer Stellungnahme, dass die Grenzwerte eingehalten werden. «Eine Beschränkung der Baubewilligung auf 4G dürfte darum seitens der Bewilligungsbehörde nicht möglich sein. Es ist kaum vorstellbar, dass die Swisscom, wenn sie eine neue Antenne baut, von sich aus auf die Nutzung der neusten Technologie verzichtet», ergänzt Suter.

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