Als erste Aargauer Stadt darf sich Baden offiziell «Kinderfreundliche Gemeinde» nennen. Die Unicef (Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen) hat ihr das Label für vier Jahre zugesprochen. Der Stadtrat darf die Auszeichnung am Mittwoch, 29. Oktober, entgegennehmen. Wer sich für das Label bewirbt, muss eine Standortbestimmung durchführen, bei der die Gemeinde und die Unicef Stärken und Schwächen analysieren.

Zu den Stärken zählen insbesondere der Einbezug der Kinder und Jugendlichen an Projekten der Stadt. «Es geht der Unicef nicht darum, dass eine Stadt möglichst viele Kinderspielplätze und Jugendtreffs hat, sondern, dass die Kinder ein Mitspracherecht bekommen», sagt Sacha Studer, Leiter der Fachstelle Kinder- und Jugendanimation.

Und er benennt auch gleich Beispiele: «Den Spielplatz beim Schulhaus Kappelerhof haben Kinder mitgeplant und gestaltet; auch die Regionale Fachstelle Jugendarbeit ist aus einem politischen Projekt von Schülern entstanden.»

Mit diesen Projekten ist die Stadt aber noch nicht am Ziel. Für die Zeitspanne von vier Jahren musste die Abteilung Kinder Jugend Familie einen Aktionsplan erstellen. Auch Kinder und Jugendliche konnten dabei ihre Wünsche und Vorschläge zur Verbesserung ihrer Lebensqualität äussern.

Im Plan ist nun unter anderem vorgesehen, die Mitsprache von Kindern bei Freizeitangeboten zu fördern, Ferienangebote aufzubauen, Freizeitangebote für die Mittelstufen zu erarbeiten oder die Elternbildung zu fördern. Nach zwei Jahren verlangt die Unicef einen Zwischenbericht zur Umsetzung des Plans.

Mit dem Label will die Unicef helfen, die Kinderrechte systematisch umzusetzen und zu ermöglichen, dass Kinder an ihrem unmittelbaren Lebensumfeld stärker teilnehmen können.

«Wir sind sehr stolz, dass wir künftig das Label tragen dürfen», sagt Studer. «Wir sind uns aber auch bewusst, dass noch viel Arbeit vor uns liegt und dass die Verantwortung gross ist», sagt er.

SP-Stadträtin und Vorsteherin Kultur/Kinder Jugend Familie Daniela Berger freut sich über das Label. «Damit werden wir als kinderfreundliche Stadt wahrgenommen und können zeigen, dass uns Kinder und Jugendliche als künftige Träger der Gesellschaft am Herzen liegen.»

Für die kommenden vier Jahre hat die Stadt das Label auf sicher. Doch die Stadt muss sparen. «Damit wir das Label trotzdem halten können, müssen wir uns jetzt anstrengen und nach kostengünstigen Lösungen suchen», sagt Berger. Man werde aber nicht darum herumkommen, gewisse Angebote für Kinder zu streichen.