Wettingen

Erste ABB-Kita in Einkaufszentrum: Kinderparadies ermöglicht ungestörtes Einkaufsvergnügen

Schnell das Kind abgeben und zum Zahnarzt: Das ist in der neuen Krippe in der Wettinger Centerpassage möglich. Rund 38 Tagesplätze bietet das Kinderparadies «CenterKids» nun an. Damit wird auf die starke Nachfrage nach Betreuungsangeboten reagiert.

Mit über 900 betreuten Kindern im Aargau gehört der Verein ABB-Kinderkrippen zum grössten Anbieter von Kitaplätzen im Kanton. In der Region Baden-Wettingen betreibt der Verein rund einen Drittel der Krippen. Nun hat er in Wettingen eine zweite Krippe eröffnet − der Termin fiel mitten in die Coronakrise. Im Dorfkern im Einkaufszentrum Center Passage bietet «CenterKids» seit kurzem 38 Tagesplätze an.

«Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen ist in Wettingen gross», sagt Jeannette Good. Die «Wichtelburg» am Gottesgraben mit 27 Plätzen stosse an ihre Grenzen, sagt die Geschäftsführerin, die den selbsttragenden Verein seit 18 Jahren leitet. «Der Zeitpunkt der Eröffnung während des Lockdown war aber trotzdem nicht ganz einfach», sagt sie. Viele Eltern betreuten zu diesem Zeitpunkt ihre Kinder Zuhause. «Einen neuen Krippenplatz zu suchen, hatte bei vielen Familien keine Priorität.» Auch musste die neue Krippe auf eine offizielle Eröffnungsfeier verzichten.

Ab August wartet die zentral gelegene Krippe mit einem ganz neuen Zusatzangebot auf: Wer beispielsweise kurz zum Zahnarzt gehen muss oder ganz in Ruhe eine neue Brille kaufen möchte, kann sein bis zu achtjähriges Kind im Kinderparadies «CenterKids» in professionelle Hände abgeben. Unabhängig davon, ob es an anderen Tagen in der Kita regulär betreut wird. Kostenpunkt: acht Franken pro Stunde. Diese Kurzbetreuung funktioniere ähnlich wie in anderen Einkaufszentren, so Good. «Es ist unsere erste Krippe in einem Einkaufsgebäude. So ermöglichen wir sorgenfreies Einkaufen, und für die Kinder vergeht die Zeit wie im Flug.»

Noch hat die Krippe «CenterKids» freie Betreuungsplätze. Trotz Standort in einem Einkaufscenter verfügt die Kita über eine Aussenterrasse. Die Kleinen können via Rutschbahn hinunter direkt auf die Terrasse mit Sandkasten sausen. Auch auf die hellen und grossen Räume der Kita ist der Verein stolz.

Vor über 60 Jahren eröffnete ABB erste Badener Krippe

Über ein halbes Jahrhundert ist es her, als die damalige Brown Boveri & Cie, aus der 1988 ABB hervorging, die erste Krippe in Baden eröffnete. Der Weltkonzern übernahm damit auch eine Vorreiterrolle in der familienergänzende Kinderbetreuung. Zwar gab es zu dieser Zeit bereits privat organisierte Krippen in Zürich, für eine Firma war dies aber neu.

Hintergrund dafür war die von vorwiegend aus Italien stammenden Gastarbeiterinnen sowie Gastarbeitern und deren soziale Situation als Neuankömmlinge im Land. Nachdem für die aktiven und pensionierten Mitarbeitenden schon viel getan worden sei, könne «nun auch für die Kleinkinder der Werkangehörigen gesorgt werden», erklärte der Personaldirektor an der Eröffnung laut Überlieferung in der Firmenzeitung.

1996 beschloss ABB Schweiz, die Krippen in einen rechtlich eigenständigen Verein zu überführen. Dies war der Startschuss für die Öffnung nach aussen. Seither sind auch Kinder willkommen, deren Eltern nicht beim Industrieriesen oder anderen Vereinsmitgliedern arbeiten, die Krippen gehören dem Krippenpool Baden an und bietet subventionierte Plätze.

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