Selten waren sich die Wettinger Einwohnerräte so einig wie in der gestrigen Sitzung: Sie haben den Zusatzkredit von 540 000 Franken für die Sanierung und Verbreiterung des Fussweges an der unteren Limmatbrücke einstimmig angenommen. Damit wird sich Wettingen neu mit 1,74 Millionen Franken am Projekt beteiligen. Der Weg soll von rund 1,7 auf 2,5 Meter verbreitert werden, sodass Velos und Passanten problemlos aneinander vorbei kommen.

Insgesamt soll der geplante Veloweg knapp eine Million Franken mehr kosten, – statt 3,07 sind es neu 4,02 Millionen Franken. Trotz der geschlossenen Überzeugung, dass der Veloweg eine wichtige und effiziente Verbindung zwischen Wettingen und Baden sei, kamen kritische Fragen auf. Ruth Jo Scheier (GLP) wollte wissen, ob die Kosten noch weiter steigen werden, und ob diese nicht früher abzuschätzen gewesen wären. Gemeinderat und Bauvorsteher Markus Maibach machte die Komplexität des geplanten Stahlbaus und die ungünstige Marktsituation für die hohen Kosten verantwortlich. Im jetzigen Baukredit sei zwar ein Finanzpolster für Unvorhergesehenes eingeplant, «ich kann aber nicht zu 100 Prozent garantieren, dass es reichen wird», sagte er.

Deutliches Signal nach Baden

Mit dem deutlichen Ja zum Veloweg wolle man auch ein Zeichen an den Einwohnerrat Baden schicken, hiess es in mehreren Voten von links bis rechts.

Sollten die Badener am 24. März ja sagen zu ihrem Zusatzkredit von 420 000 Franken, könnten die Bauarbeiten noch im April beginnen. Maibach sagte dazu: «Die Baufirmen stehen quasi schon in den Startlöchern und warten auf unser ‹Go›.»

Sollten die Badener den Zusatzkredit ablehnen, fällt der Veloweg ins Wasser. Allerdings muss die Brücke in den kommenden fünf Jahren zwingend saniert werden. Für eine reine Sanierung ohne Verbreiterung für den Veloweg wären auch die Gelder vom Bund gestrichen. Bereits zugesichert hat dieser 410 000 Franken für den Mittelteil der Brücke. Diesen finanzieren die beiden Gemeinden je zur Hälfte. Zudem hat der Bund in Aussicht gestellt, sich mit maximal 350 000 Franken an den Zufahrtswegen zu beteiligen.

Wettingen würde mit maximal 300 000 Franken unterstützt und Baden mit 460 000 Franken. Das bedeutet, bei einer reinen Sanierung würde Wettingen wegen der fehlenden Bundesbeiträge lediglich 125 000 Franken sparen. Baden seinerseits käme auf eine Sparsumme von 145 000 Franken. Für eine Sanierung bräuchte es allerdings wieder einen Projektierungskredit und eine Baueingabe. Beides müsste erneut von beiden Einwohnerräten bewilligt werden.

ProVelo Kanton Aargau zu Limmatbrücke-Entscheid Einwohnerrat Wettingen