Baden
Erste Klimademo seit dem Lockdown: «Eine Krise lässt die andere nicht verschwinden»

Die Organisation Klimastreik Aargau rief für Freitag zum ersten Mal seit dem Beginn des Lockdowns zum Streik auf. Mit den Grossrats- und Regierungsratswahlen sowie der Abstimmung über das neue Energiegesetz stünden wichtige Entscheidungen bevor, um den Aargau politisch in Richtung eines entschlossenen Klimaschutzes zu bewegen, schrieb die Organisation in einer Mitteilung.

Mireille Fluri
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In Baden wurde wieder für das Klima gestreikt.
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Die Demonstration startete auf dem Bahnhofplatz
Mit den Grossrats- und Regierungsratswahlen sowie der Abstimmung über das neue Energiegesetz stünden wichtige Entscheidungen bevor.
Während im letzten Jahr noch rund 300 bis 600 Personen an den Demos teilnahmen, …
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In Baden wurde wieder für das Klima gestreikt.

Fabio Baranzini

Die Demonstration startete um 16.30 Uhr auf dem Bahnhofplatz in Baden. Sie seien hier, um die Bevölkerung und die Politik daran zu erinnern, dass die Klimakrise trotz Corona noch immer da sei, sagte Nele Tams von der Organisation Klimastreik Aargau. «Eine Krise lässt die andere nicht verschwinden. Deshalb darf der Klimawandel nicht vergessen werden», so die Mitorganisatorin der Demonstration. Anschliessend zog der Protestzug durch die Badener Altstadt und kehrte dann auf den Bahnhofplatz zurück. Coronakonform trugen alle Teilnehmer eine Maske.

Rund 50 Personen liefen an der gestrigen Klimademo mit. Das waren sehr viel weniger Teilnehmer als an den Demonstrationen im Aargau im letzten Jahr, an denen immer 300 bis 600 Personen dabei waren. Am 6. April 2019 waren es sogar 1000 Personen gewesen. «Die Coronakrise hat den Fokus des öffentlichen Interesses sicher verschoben», bestätigte auch Thomas Ruckli, Mitorganisator des Klimastreiks. Aber darum sei es umso wichtiger, die Leute wieder auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.

Ab Herbst wieder Schwung in die Klimabewegung

Aufgrund des Lockdowns hatte sich die Klimabewegung in den letzten Monaten umorganisiert: Die geplanten Grossdemonstrationen wurden abgesagt, dafür wurden mehrere kleine Aktionen durchgeführt. So demonstrierten im April und Mai mehrmals Klimaaktivisten in Kleingruppen von fünf Personen in Baden und Aarau, um gegen das Hilfspaket des Bundesrates zur Rettung der Fluggesellschaft Swiss zu protestieren.

Auf den Herbst hin soll wieder Schwung in die Klimabewegung kommen. Im Aargau ist der Startschuss am Freitag gefallen, die nächste kantonale Demonstration ist am 19. September in Aarau vorgesehen. Auf nationaler Ebene wird der erste Streik seit dem Lockdown am 4. September durchgeführt. Auf den globalen Streiktag am 25. September hin planen verschiedene Klimaorganisationen, darunter Extinction Rebellion, eine Aktionswoche in Bern vom 20. bis am 25. September.

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