Wettingen

Erste Konferenz lässt keine Kinderwünsche offen

Die Ideen und Wünsche der Kinder an der kantonalen Kinderkonferenz sind so verschieden wie sie selber.Sandra ardizzone

Die Ideen und Wünsche der Kinder an der kantonalen Kinderkonferenz sind so verschieden wie sie selber.Sandra ardizzone

An der ersten kantonalen Kinderkonferenz in Wettingen standen am Mittwoch die Ideen der Kleinsten im Mittelpunkt. Wettingen ist die erste Aargauer Gemeinde, die Kinder eine solche Plattform bietet.

«Ich wünsche mir, dass hier ein riesiges Fussballstadion gebaut wird», sagt ein Bub voller Elan und wirft die Hände in die Höhe. «Und da», er zeigt in die Luft, «soll eine grosse Tribüne entstehen.»

Das Mädchen neben ihm sagt schüchtern, dass es sich nur mehr Blumen im Quartier wünsche, am liebsten Rosen.

Die Ideen und Wünsche der Kinder sind so verschieden wie sie selber. Und selbst die Kälte scheint nach dem ersten Spiel wie weggeblasen. Voller Freude und Begeisterung sammeln sich nach und nach immer mehr Ideen und Zeichnungen auf dem weissen Blatt.

Erste Kantonale Kinderkonferenz in Wettingen

Erste Kantonale Kinderkonferenz in Wettingen

Realisierbarkeit nicht so wichtig

«Ob realistisch oder nicht, spielt in erster Linie keine Rolle», sagt Lea Schmidmeister vom Organisationskomitee. Eine Idee sei eine Idee.

Und genau um diese dreht sich das Projekt «Kinder mit Wirkung» mit der ersten kantonalen Kinderkonferenz in Wettingen.

Die Kinder stehen im Mittelpunkt, sollen sich auf spielerische Art überlegen, was sie in ihrer Klasse, ihrer Schule oder ihrem Quartier verbessern wollen.

Kantonales Pilotprojekt

In Basel und St. Gallen gibt es das Projekt bereits. Der Aargau zieht jetzt nach und will während einer zweijährigen Pilotphase Kindern eine Plattform bieten und ihnen die Möglichkeit geben sich einzubringen.

Wettingen ist die erste Gemeinde im Aargau, die angefragt wurde und sich dem Projekt widmet. «Das Ziel ist, dass es in mehreren Gemeinden im Aargau angeboten wird», sagt Organisatorin Lea Schmidmeister. Die Antworten von weiteren angefragten Gemeinden stehen aus.

Finanziell unterstützt werden sie vom kantonalen Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) und dem Swisslos-Fonds des Kantons.

Träger des Projekts ist der Verein infoklick.ch, Kinder- und Jugendförderung. «Das bereits seit 2005 an verschiedenen Gemeinden angebotene Modell ‹Jugend mit Wirkung› dient als Grundlage für dieses Projekt», sagt Marco Setz vom Verein infoklick.ch. Allerdings sei es an die Bedürfnisse der Kinder angepasst.

Einfluss auf Gesellschaft nehmen

Die Organisatorin wünscht sich, dass sich das Projekt «Kinder mit Wirkung» bewährt, denn: «Kinder sollen schon früh merken, dass sie Einfluss auf die Gesellschaft nehmen können.»

Ausserdem helfe es ihnen, sich zu integrieren, sich leichter mit ihrem Lebensraum zu identifizieren und fördere gegenseitigen Respekt und Toleranz.

Vom Baumhaus zum Streichelzoo

In Wettingen ist das anfänglich noch weisse Blatt nach kurzer Zeit mit Ideen und Zeichnungen gefüllt. Die einen wünschen sich ein Baumhaus, ein Schwimmbad mit Wasserrutsche, die anderen einen Kiosk, eine Disco oder einen Fussballplatz.

Die Stimmen sind gezählt und das Rennen machen am Schluss das Stadion, die Disco, das Schlumpfdorf und der Streichelzoo. Diese Ideen werden am Mitwirkungstag vom 25. Mai zusammen mit Fachleuten der Organisation ausgearbeitet. Im Sommer sollen diese Projekte dann umgesetzt werden.

«Wir hoffen auf eine rasche Umsetzungsphase. Kinder sind ungeduldig und wollen so rasch wie möglich Resultate sehen», sagt Lea Schmidmeister.

Sie ist überzeugt: «Jede Idee ist irgendwie realisierbar.» Hauptsache, sie komme von den Kindern, denn für einmal soll der Fokus nur bei den Kleinsten liegen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1