Wettingen

Erste Treueprämie bereits nach drei Jahren: Gemeinderat will Personalreglement revidieren

Die Angestellten im Wettinger Rathaus sollen neu lohnunabhängige Treueprämien erhalten.

Die Angestellten im Wettinger Rathaus sollen neu lohnunabhängige Treueprämien erhalten.

Die neuen und zukünftigen Angestellten der Gemeinde Wettingen dürfen sich freuen: Bereits nach drei Jahren erhalten sie von ihrem Arbeitgeber eine Treueprämie. 500 Franken beträgt der zusätzliche Lohn.

Das zumindest sieht die Totalrevision des Personalreglements vor, die der Gemeinderat beim Einwohnerrat beantragt.

Das aktuelle Personalreglement der Gemeinde Wettingen stammt aus dem Jahr 1997. Die Aktualität sei nicht mehr gegeben und es weise Lücken auf, begründet der Gemeinderat sein Vorgehen. Ein Punkt betrifft die «monetären Treueprämien, die zu grosszügig sind. Vor allem in den hohen Besoldungsstufen, wo sie in Monatslöhnen ausbezahlt werden».

Frühere, aber insgesamt weniger Treueprämien

Obwohl neu bereits nach drei Jahren eine erste Treueprämie ausbezahlt werden soll, wird die Gemeinde mit dem neuen System Einsparungen erzielen. Das Reglement soll per 1. Januar 2020 in Kraft treten. Im ersten Jahr würde die Gemeinde so 49 400 Franken einsparen. Im Jahr 2023 wären es – ausgehend vom aktuellen Personalstamm – bereits 119 800 Franken.

Heute erhalten Angestellte nach 5 Jahren 1000 Franken, nach 10 Jahren einen halben Monatslohn, nach 15 Jahren ¾ des Monatslohns, nach 20 und 25 Jahren ein ganzes Monatsgehalt und nach 30, 35 und 40 Jahren jeweils zwei Wochen Ferien. Neu erhalten die Angestellten unabhängig vom Lohn einen fixen Betrag.

Nach 3 Jahren 500 Franken, nach 5 Jahren 1000 Franken, nach 10 Jahren 3000 Franken, nach 15, 20, 25, 30 und 40 Jahren jeweils 4000 Franken. «Mitarbeitende in tiefen und mittleren Lohnstufen müssen so keine grossen Abstriche in Kauf nehmen», sagt Gemeindeammann Roland Kuster (CVP).

Im Normalfall werden erste Treueprämien nach fünf oder zehn Jahren fällig. Wieso in Wettingen nun bereits nach drei Jahren? Es sei eine Wertschätzung und Mitarbeiterbindung, sagt Kuster. «Vor allem auch die jüngeren Mitarbeitenden sollen damit adressiert werden.»

Längere Lohnfortzahlung bei Krankheit

In ihrer Gesamtheit sind die vorgesehenen Änderungen im Personalreglement grösstenteils kostenneutral. Zusatzkosten entstehen bei der Krankentaggeldversicherung. Bisher wurde während sechs Monaten die volle und während sechs weiterer Monate 75 Prozent der Besoldung ausgerichtet.

Neu soll drei Monate die volle und während weiterer 21 Monate 80 Prozent der Besoldung ausgerichtet werden. Das zweite Jahr verursacht gemäss einer Offerte Versicherungsprämien von 55 000 Franken. «Es ist richtig, dass über die Neuregelung der Treueprämien Gelder gespart werden», sagt Kuster, «im Gegenzug wird mit der Verbesserung der Leistungen im Krankheitsfall massiv ins Personal investiert.»

25 Tage Ferien für alle bis und mit 60. Altersjahr

Weitere Neuerungen im geplanten Personalreglement: Fünf Wochen Ferien für alle, ab dem 61. Altersjahr gibt es 30 Tage. Bisher hatten Angestellte bis zum 50. Altersjahr 22 bis 24 Ferientage zugute. «Altersabgestufte Ferien sind nicht mehr zeitgemäss», argumentiert der Gemeinderat. Erhöht werden auch die Urlaubstage beim Tod eines nahen Angehörigen (von 3 auf 5) und der Vaterschaftsurlaub (von 10 auf 12).

Zudem wurden Unklarheiten beim Erreichen des Pensionsalters, bei der Übergangsrentenregelung und bei Nebenbeschäftigungen ausgeräumt. Die dreimonatige Probezeit kann, wenn Verhalten und Leistung des Angestellten nicht überzeugen, neu auf sechs Monate verlängert werden. Und beim Kündigungsschutz soll neu gelten: Der Unterbruch der Kündigungsfrist infolge Arbeitsunfähigkeit gilt nur für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit und wird nicht mehr auf das Ende eines Monats verlängert.

«Die Gemeindeverwaltung soll eine attraktive Arbeitgeberin bleiben», schreibt der Gemeinderat in seinem Antrag. Für die Überarbeitung des Reglements wurden Benchmarks von Städten und Gemeinden sowie aus der Privatwirtschaft beigezogen.

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