Auswertung

Erste Zahlen: Badener Blitzer erwischt jeden Tag 40 Verkehrs-Sünder

Die Überwachungsanlage bei der Badener Gstühl-Kreuzung ist seit einer Woche in Betrieb. Die Stadtpolizei zieht eine erste Bilanz – mit überraschenden Zahlen.

Die Badener Stadtpolizei hat eine erste Auswertung ihres Rotlicht- und Geschwindigkeitsblitzers an der Gstühl-Kreuzung vorgenommen. Acht Tage nach der Inbetriebnahme hat die Anlage 319 Übertretungen erfasst, das sind 40 pro Tag. 260 Lenker waren zu schnell unterwegs, 59 fuhren bei Rot über die Kreuzung. Die Installation der Anlage war sowohl in Badens Einwohnerrat als auch im Grossen Rat ein Politikum, da es sich um den ersten fest installierten Tempo- und Rotlichtblitzer auf einer Kantonsstrasse handelt.

Die höchste gemessene Geschwindigkeit betrug 75 km/h, wie die Stadtpolizei mitteilt. Erlaubt sind 50 km/h. Aufgefallen: Ein Autofahrer, der die Kreuzung 18 Sekunden nach Beginn der Rotphase überquerte. Er erhält eine Busse in Höhe von 250 Franken – und muss somit nicht mehr bezahlen als ein Autolenker, der eine Viertelsekunde zu spät über die Kreuzung fuhr.

Bei Gefährdung wird neu beurteilt

Hansueli Bäbler von der Stadtpolizei Baden erklärt auf Anfrage: «Wenn wie in diesem Fall keine besondere Gefährdung eines anderen Verkehrsteilnehmers vorliegt, stellen wir eine Ordnungsbusse aus. Falls aber beispielsweise die Sicherheit eines Fussgängers gefährdet wird, verzeigen wir den Lenker an die Staatsanwaltschaft. Jedes Foto, und jede kurze Videosequenz, die jeweils erstellt wird, geht über den Tisch eines Angestellten der Stadtpolizei, damit die Schwere der Übertretung beurteilt werden kann.

Der Stadtrat legte vor einigen Jahren ein Dokument mit Prognosen vor, die zumindest in der ersten Woche fast exakt zutrafen: Er ging von acht Rotlicht-Übertretungen pro Tag aus – bisher waren es rund sieben.
Öfter als erwartet wurden aber Autofahrerinnen und Autofahrer geblitzt, die zu schnell unterwegs waren. Die Stadt rechnet mit 5500 Übertretungen pro Jahr. Setzt sich der Trend der ersten Woche in den kommenden Monaten fort, werden rund doppelt so viele Lenker wie budgetiert gebüsst.

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