152 Stimmberechtigte fanden sich am Freitagabend in der Mehrzweckhalle von Niederrohrdorf ein, um über einige zukunftsweisende Traktanden zu befinden. Was folgte, war eine angeregte Diskussion. Es war aber nicht etwa das Budget 2017, das viele Fragen und Voten aufwarf. Vielmehr war es der Zusatzkredit von 153‘000 Franken für die Erweiterung der Primarschule Rüsler. Zur Erinnerung: Die Gmeind hatte im Sommer den Verpflichtungskredit von 650‘000 Franken für die Aufstockung der Primarschule abgelehnt. Stattdessen stimmte sie einem Änderungsantrag von Architekt Daniel Zehnder zu. Dieser sah vor, den Verpflichtungskredit auf 700‘000 Franken anzuheben und mit den zusätzlichen 50‘000 Franken einen Architekturwettbewerb durchzuführen.

Doch dann teilte der Gemeinderat im Vorfeld der Wintergmeind mit, dass der genehmigte Kredit, der unter anderem Planerleistungen und das Vorprojekt umfasst, nicht ausreicht, um die Mehrkosten für einen Architekturwettbewerb gemäss den Richtlinien des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA zu finanzieren. „Deshalb beantragen wir heute einen Zusatzkredit von 153‘000 Franken“, erklärte Gemeinderätin und Bildungsvorsteherin Martina Egger (SVP) den Anwesenden.

Patrick Müller (FDP) von der Finanzkommission stellte sogleich den Antrag, den Zusatzkredit und den Architekturwettbewerb abzulehnen. Architekt Zehnder war mit der ersten Forderung einverstanden, nicht aber mit letzterer: Es sei wichtig, dass mittels Wettbewerb verschiedene Varianten einer Schulhauserweiterung geprüft werden, sagte er. Dies könne aber auch anhand eines weniger luxuriösen Verfahrens geschehen. So stellte Zehnder den Antrag, mit dem bereits genehmigten Kredit von 700 000 Franken statt eines SIA-Wettbewerbs einen Studienauftrag – also ein in Bezug auf Preisgeld und Jury reduziertes Verfahren – durchzuführen. Das hätte jedoch zur Folge gehabt, dass das Planerunternehmen, das die Schulraumerweiterung seit Jahren begleitet, ausgestiegen wäre. Deshalb stellte Zehnder einen zweiten Antrag. Dieser sah vor, den Kredit um 50 000 Franken zu erhöhen, damit das Planerunternehmen weiterhin im Boot ist.

Nach einer regen Diskussion entschieden sich die Stimmbürger sowohl gegen den Antrag der Fiko als auch gegen den Antrag des Gemeinderats: Sie folgten in der Schlussabstimmung der Forderung des Architekten und sagten mit 103 Stimmen Ja zu einem abgespeckten Zusatzkredit von 50'000 Franken. Der genehmigte Verpflichtungskredit steigt somit neu von 700'000 auf 750'000 Franken inklusive Studienauftrag.

Während das Traktandum „Zusatzkredit Erweiterung Primarschule“ zu reden gab, wurden die anderen Geschäfte, etwa das Budget 2017 und der Verpflichtungskredit für die Erweiterung des Kindergartens Clemenz, ohne Wenn und Aber genehmigt.

Vor dem Apéro kündigte Gemeindeammann Gregor Näf zudem den Rücktritt von Gemeinderat Heinz Jossi auf Ende der Legislaturperiode 2014-2017 an. (ces)