Mehr als Lippenbekenntnisse waren seither aber nicht mehr zu vernehmen. Dass der Badener Stadtrat nun einen Tag nach dem Ennetbadener Fusionsstopp von einer «verpassten Chance für die zügige Weiterentwicklung der Region» spricht, mutet geradezu bizarr an.

Denn es wäre doch gerade an der Stadt Baden und ihrer Regierung gelegen, dafür zu sorgen, dass der Fusions-Zug hätte Fahrt aufnehmen können. Wenn der Stadtrat, wie er schreibt, ein «grosses Interesse am Zusammenschlussthema in der Bevölkerung ortet», warum hat er sich dann – vor allem auch nach aussen sichtbar – nicht mehr für das Thema starkgemacht?

Der Stadtrat will nun beim Planungsverband beantragen, «eine vertiefte Auslegeordnung über den Umfang und die Vielfältigkeit der heute bestehenden Zusammenarbeitsformen der umliegenden Gemeinden zu erstellen». Dieses Vorgehen lässt wenig Hoffnung auf konkrete Schritte hin zu möglichen Fusionen aufkommen. Im Gegenteil: Als Bürger reibt man sich verwundert die Augen, durfte man doch in guten Treuen davon ausgehen, dass man über dieses Stadium schon längst hinaus ist. Denn wie kann man ernsthaft Fusionsabsichten äussern, wenn diese Basisarbeit gar noch nicht erledigt ist?

Abgesehen davon, dass die Auslegeordnung gar noch kontraproduktiv sein könnte – «seht her, die Kooperationen haben sich bewährt» – braucht es keine weiteren Papiertiger. Gefragt sind jetzt vielmehr Persönlichkeiten, die an die Idee einer Regionalstadt glauben und sich dafür einsetzen, dass die Idee Wirklichkeit werden kann.