Baden
Es duftet nach Wachs auf dem Bahnhofplatz

Während dreier Wochen ziehen Kinder und Erwachsene wieder ihre Kerzen selbst – und kreieren ihre eigenen Formen. Seit bald 40 Jahren gibt es das Kerzenziehen in Baden. Pro Jahr werden 1,2 bis 1,4 Tonnen Wachs in Kerzen geformt.

Andrea Ebneter und Britta Gfeller
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Die Kleinsten haben einen Mini-Topf für sich
10 Bilder
Nicht mehr lange, und diese Kerze ist fertig gezogen
Fantasieformen aus Kerzenwachs
Tiere, Engel und Blumen als Kerzen wurden gegossen
Kerzenziehen in Baden
Kerzen für Kränze und Gestecke mit wurden im Voraus gezogen
Mit solchen Silikonformen werden die Kerzenfiguren hergestellt
Am Mittwochnachmittag kommen viele Kinde, die Schulfrei haben
Die Form dieses Engels ist ganz neu
Das feste Wachs, bevor es erhitzt und flüssig wird

Die Kleinsten haben einen Mini-Topf für sich

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Ob als Eule oder in Form eines Tannenbaumes, ob gerade oder zur Spirale gedreht – beim Kerzenziehen bestimmt jede und jeder selbst, wie die Kerze aussehen soll. An sieben Töpfen mit flüssigem Wachs stehen Kinder und Erwachsene und halten ihren Docht oder die angefangene Kerze in die heisse, dunkel scheinende Flüssigkeit. Danach gehen sie nach draussen, um ihre Kerze abzukühlen – die Kerzenzieherinnen und -zieher sind immer in Bewegung. Der rote Boden des Holzhauses auf dem Bahnhofplatz ist vertropft, an den Wänden hängen dünne und dicke Kerzen in unterschiedlichsten Längen. In einer Ecke stehen zwei lange Tische, an denen Helferinnen und Helfer stehen, die die Kerzen formen, schneiden und einpacken oder den Docht in die richtige Länge bringen.

Seit bald 40 Jahren gibt es das Kerzenziehen in Baden. «Pro Jahr werden zwischen 1,2 und 1,4 Tonnen Wachs zu Kerzen gezogen», sagt Manuela Alber vom Verein Kerzenziehen Baden. «Es gibt Leute, die sieht man jedes Jahr wieder. Auch viele Schulklassen kommen zu uns.»

Grosse Unterstützung der Helfer

Knapp 100 Personen unterstützen den Verein mit ihrer Hilfe. Der Erlös, der während dreier Wochen – noch bis zum 8. Dezember – Kerzenziehen zusammenkommt, kommt Menschen mit einer Behinderung in der Region Baden-Wettingen zugute.

Ada Molteni steht hinter dem Verkauftisch. Sie ist schon seit über 30 Jahren beim Kerzenziehen mit dabei. «Ich habe einfach grossen Plausch an der Sache», sagt sie. «Am liebsten würde ich schon jeweils im Januar wieder mit dem Kerzenziehen anfangen.»