Baden
«Es isch emal en Tubel gsi» auf der Bühne im «Royal»

Die Hommage an Marie Antoine verspricht, laut und aufmüpfig zu werden: Die Band Baby Jail hat sich zu Ehren der Kinopionierin so einiges einfallen lassen.

Leonie Voelkin
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«Baby Jail»: Eine Band, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt.

«Baby Jail»: Eine Band, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt.

zvg

Der angeblich exzentrischen Kinopionierin Madame Marie Antoine wird am Freitag auf der Kulturbühne des Royals ein Abend gewidmet. Die Witwe aus Paris-Clichy, gebürtige Belgierin und Mutter des «Royal», eröffnete 1913 das damalige «Radium». Die eigenwillige Marie Antoine hegte den Wunsch, in Baden ein Kino zu eröffnen, und erwirkte durch persönliches Vorsprechen beim Aargauer Regierungsrat die Aufhebung des damaligen Kinoverbotes.

Heute ist das ehemalige Kino ein Kulturlokal. Die Künstlerin Julia Stirnemann eröffnet den Abend mit einer Vernissage ihrer Vitrinenausstellung mit Spruchbändern und Karten über die Welt der mysteriösen Marie Antoine, die ungefähr ein Jahr nach der
Eröffnung wieder aus Baden verschwand.

Hommage an den Protest

Ab 21 Uhr wird es dann immer lauter. Der Dokumentationsfilm «Rückkehr des lautesten Cabarets» von Roman Wasik ist ein Bandporträt von «Baby Jail». Damit schlüpft das «Royal» in seine ursprüngliche Rolle als Kino, wie von Marie Antoine vorgesehen. Die Zürcher Band löste sich 1994 auf. «1985 wurde die Band gegründet. Sie haben sich 2012 wieder vereint, zur Freude vieler damaligen Fans», sagt Andi Hofmann, der den Abend koordiniert. Ihren ganz eigenen Charme hat «Baby Jail» über die Jahre nicht verloren, und der Refrain «es isch emal en Tubel gsi» ist noch nicht vergessen.

Für die neue Single «Marie Antoine» drehte Andi Hofmann das Video. «Zwischen uns hat sich bei einem vorgängigen Projekt eine Freundschaft entwickelt», sagt er. «Zusammen mit ‹Baby Jail› kam ich darauf, dass sie ein Lied für das ‹Royal› aufnehmen könnten.» Im Gegenzug machte Videokünstler Hofmann – bekannt als «King of Trash» – den Musikclip dazu. «Darin haben wir Marie Antoine etwas anders interpretiert», sagt Hofmann. Die Vinyl-Single «Marie Antoine» erscheint am besagten Abend und feiert zusammen mit dem Video Premiere. Auch die Badener Protestrocker «Vollkorn» stehen auf der Bühne. «Die zeitkritische Band passt thematisch gut in den Abend», sagt Veranstalter Andi Hofmann.

Am Freitag im «Royal»:

20.30 Uhr Ausstellung Marie Antoine, 21 Uhr DOK-Film, 22 Uhr Konzert Vollkorn, 23 Uhr Videopremiere, Baby-Jail-Konzert, anschliessend Party mit DJ «Dr. Apunkt».