Spreitenbach
«Es ist ein cooles Gefühl, selbstständig arbeiten zu dürfen»

Zwei Lernende der Zweifel Pomy-Chips AG waren beim Lehrlingswettbewerb ganz vorne dabei. Sie wurden nebst zwei anderen Absolventen mit Diplomen und einem Preisgeld geehrt.

Von Carolin Frei
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Waren beim Wettbewerb vorne dabei: Shkëlqim Kadriu, Lebensmittelpraktiker (l.) und Diego Pallaoro, Lebensmitteltechnologe ( r.). Zwischen ihnen stehen Pietro Realini, Direktor Produktion und Logistik, sowie Simon Koch, Bildungsverantwortlicher und Leiter Fabrikation.

Waren beim Wettbewerb vorne dabei: Shkëlqim Kadriu, Lebensmittelpraktiker (l.) und Diego Pallaoro, Lebensmitteltechnologe ( r.). Zwischen ihnen stehen Pietro Realini, Direktor Produktion und Logistik, sowie Simon Koch, Bildungsverantwortlicher und Leiter Fabrikation.

Carolin Frei

«Ich kam erst mit 15 Jahren aus Mazedonien in die Schweiz und hatte deshalb schon ein wenig Bammel vor der Schule», sagt Shkëlqim Kadriu, der die zweijährige Attestlehre als Lebensmittelpraktiker bei der Zweifel Pomy-Chips AG mit der Traumnote 5,7 abgeschlossen hat. «Inzwischen macht mir die Schule sogar Spass», sagt der 28-Jährige. Trotzdem will er erst einmal ein wenig pausieren und wieder mehr Zeit für seine Familie haben. Während der Ausbildung sei es nicht immer einfach gewesen, Arbeit, Schule und Familie unter einen Hut zu bringen. «Unser Sohn Ajan ist nun 14 Monate alt.» Für ihn will er etwas mehr Zeit haben, bevor er die Ausbildung zum Lebensmitteltechnologen in Angriff nehmen möchte.

Die Rangliste des Lehrlingswettbewerbs

1. Rang Diego Pallaoro (5,5), Lebensmitteltechnologe, Zweifel Pomy-Chips AG und Marisa Schilliger (5,5), Polydesigner 3D, Ikea AG, gefolgt von Iris Schifferle (5,2), Fachfrau Betreuung, Tagesstrukturen Spreitenbach und Shkëlqim Kadriu (5,7) Attestlehre Lebensmittelpraktiker, Zweifel Pomy-Chips AG.

Sich erst weitere Praxiserfahrungen anzueignen und dann weiterzumachen, schwebt auch Diego Pallaoro vor, der die Ausbildung zum Lebensmitteltechnologen mit der Traumnote 5,5 beendet hat. «Von den schweizweit 83 Lernenden hat er den zweiten Rang geholt, in Spreitenbach stand er zuoberst auf dem Podest», sagt Simon Koch, der Kadriu und Pallaoro während ihrer Lehre betreut hat. Für Pallaoro kam diese Note eher überraschend, war er doch nach den Prüfungen eher verunsichert, was das Resultat betraf. «Umso mehr freute ich mich über das Ergebnis», sagt er. Im Herbst wird er die Rekrutenschule in Angriff nehmen und im nächsten April erst einmal als Technologe arbeiten, bevor er die Fachhochschule besuchen wird. An seinem Job liebt er die Vielseitigkeit und die Verantwortung. Letztere durfte er auch schon während seiner Lehre übernehmen. «Es ist ein cooles Gefühl, wenn man schon im ersten Lehrjahr eine Produktionslinie selbstständig bedienen darf», betont er.

Darauf lege man grossen Wert, erklärt der Bildungsverantwortliche und Leiter Fabrikation, Simon Koch. «Die Lernenden durchlaufen alle Prozesse im Unternehmen und dürfen, wo immer möglich, viel selbstständig machen, was bestimmt sehr motivierend ist», umschreibt Koch das Erfolgsrezept. Natürlich seien für solch tolle Abschlussnoten vor allem die Lernenden verantwortlich. Man unterstütze sie jedoch in allen Belangen. Dazu gehört auch die breit abgestützte, interne Ausbildung. «Unsere Lernenden kommen in alle Abteilungen», sagt Koch. Das erlaube ihnen, alle Prozesse kennenzulernen, die die Kartoffel von der Anlieferung, über die Reinigung und Verarbeitung bis hin zur Verpackung und Auslieferung durchlaufe. Auch das Thema Hygiene und Sicherheit werde vermittelt.

«Die Zweifel Pomy-Chips AG hat vor 15 Jahren mit der Ausbildung von Lernenden begonnen», sagt Pietro Realini, Direktor Produktion und Logistik. Aktuell sind neun Lernende beschäftigt, die sich zum Lebensmitteltechnologen bzw. -praktiker, Logistiker, Laborant, Polymechaniker oder Automatiker ausbilden lassen. 170 Mitarbeiter sind in Spreitenbach tätig, die gemeinsam einen Umsatz von 210 Millionen Franken generieren. 6600 Tonnen Chips und 1600 Tonnen Snacks verlassen jährlich die Produktionsstätte. Um diese Mengen produzieren zu können, werden 23 000 Tonnen Kartoffeln, 2500 Tonnen Sonnenblumenöl und 500 Tonnen Gewürze und Salz benötigt. «Zum Erfolg unseres Unternehmens tragen auch die vielen Lernenden bei, von denen nicht wenige nach der Ausbildung im Unternehmen bleiben», sagt Realini erfreut.