«Wenn wir langfristig planen, können wir Geld sparen», verspricht Gemeinderat Philippe Rey. Langfristig heisst in diesem Fall, dass die Gemeinde Wettingen ihren Schulraumbedarf bis 2030 erfassen will.

Voraussetzung dafür ist, dass der Einwohnerrat 160 000 Franken bewilligt. Mit seinem Antrag reagiert der Gemeinderat auf das im Mai 2013 überwiesene Postulat von SP/Wettigrüen.

Die bisherige Schulraumplanung stützte sich primär auf die Einwohnerzahl und die Geburtenzahl ab. Aus diesen Angaben liess sich der Bedarf an Kindergärten und Schulzimmern ziemlich genau errechnen.

In letzter Zeit musste die Gemeinde feststellen, dass dieses Vorgehen nicht mehr genügt. Die Fluktuationsraten haben stark zugenommen. «Wir müssen flexibler sein, heute wohnen viele Familien weniger lange an einem Ort», sagt Rey.

Auch Wohnungsgrössen und Wohnungspreise haben einen Einfluss auf Bevölkerungsstruktur und damit auf die Kinderzahl. Zudem sind Mittagstisch, Blockzeiten, Schulsozialarbeit Musikschulunterricht und Randstundenbetreuung neue Anforderungen, die die Schule erfüllen muss.

So hat die Gemeinde Wettingen im Langäcker ein Gebäude mit Kindergarten und Tagesstruktur für 3,5 Millionen Franken gebaut. Zu berücksichtigen sind weiter die Bedürfnisse der Turn- und Sportvereine.

Für Wettingen ein besonders wichtiger Aspekt: In den neuen Leitsätzen legt der Gemeinderat ein besonderes Schwergewicht auf den Sport. All die Ansprüche kann die Gemeinde nur erfüllen, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt die passenden Räume zur Verfügung stellt.

Um die Schulraumplanung zu verbessern, bildete die Gemeinde im vergangenen Jahr die Arbeitsgruppe Schulraumplanung. Nun soll, in einem nächsten Schritt, die neue Schulraumplanung initiiert werden.

Sofern der Einwohnerrat den Kredit bewilligt, sollen mehrere Planungsbüros zu Offerteingaben eingeladen werden. Der Gemeinderat wird dem geeigneten Büro den Planungsauftrag erteilen.

«Diese Arbeit muss von Spezialisten ausgeführt werden», sagt Gemeindeammann Markus Dieth, denn der Geschäftsleiter Schule könne diese angesichts der Komplexität nicht alleine erledigen.

Noch gibt es keinen fixen Terminplan für das Projekt, die Ergebnisse müssen aber bereits in das Schuljahr 2016/17 einfliessen. «Wir wollen ein flexibles Tool, das uns hilft, die notwendigen Schulräume bereit zu planen», sagt Rey. Die Zeit der Provisorien in Containern müsse vorbei sein.