Wettingen
Es soll ohne Schulcontainer funktionieren

Der Wettinger Gemeinderat will für 160000 Franken die Schule neu planen - und das bis ins Jahr 2030. Die Zeit der Provisorien in Containern müsse vorbei sein.

Dieter Minder
Drucken
Teilen
Hinter den Gerüststangen entsteht das neue Schulhaus Zehntenhof. Die Öffnung hinter den Treppen trennt die beiden Gebäudekörper.

Hinter den Gerüststangen entsteht das neue Schulhaus Zehntenhof. Die Öffnung hinter den Treppen trennt die beiden Gebäudekörper.

Dieter Minder

«Wenn wir langfristig planen, können wir Geld sparen», verspricht Gemeinderat Philippe Rey. Langfristig heisst in diesem Fall, dass die Gemeinde Wettingen ihren Schulraumbedarf bis 2030 erfassen will.

Voraussetzung dafür ist, dass der Einwohnerrat 160 000 Franken bewilligt. Mit seinem Antrag reagiert der Gemeinderat auf das im Mai 2013 überwiesene Postulat von SP/Wettigrüen.

Die bisherige Schulraumplanung stützte sich primär auf die Einwohnerzahl und die Geburtenzahl ab. Aus diesen Angaben liess sich der Bedarf an Kindergärten und Schulzimmern ziemlich genau errechnen.

In letzter Zeit musste die Gemeinde feststellen, dass dieses Vorgehen nicht mehr genügt. Die Fluktuationsraten haben stark zugenommen. «Wir müssen flexibler sein, heute wohnen viele Familien weniger lange an einem Ort», sagt Rey.

Die Schule ist seit Jahrzehnten eine Dauerbaustelle

Um den Bedarf an Schulraum zu decken, hat die Gemeinde in den letzten Jahren für mehrere Millionen Franken bestehende Schulhäuser saniert und ausgebaut.

Die Schulanlage Dorf wurde in den Jahren 2001/2002 für rund 3 Millionen Franken ausgebaut. Die Schulhäuser Lägern und Sulperg sind rund 100 Jahre alt.

Die 1954 erstellte und 1975 erweiterte
Bezirksschule wurde in den 2006/2007 für 14 Millionen Franken saniert.

Für 12 Millionen Franken hat die Gemeinde Wettingen in den Jahren 2010/2011 das Schulhaus Altenburg erweitert und saniert. Im Schulhaus werden Primarschüler der 1. bis 4. Klasse unterrichtet.

Saniert und aufgestockt wurden in den beiden letzten Jahren die Schulhäuser im Margeläcker. Rund 16 Millionen Franken hat die Gemeinde investiert. Im Betrag sind rund 1,7 Millionen Franken für die Schulraumprovisorien auf dem Margeläcker-Areal enthalten. Im Margeläcker werden einerseits die Primarschüler der 1. bis 4. Klasse und anderseits die Sekundar- und Realschüler (Sereal) der 7. bis 9. Klasse unterrichtet.

Momentan wird das Schulhaus Zehntenhof für rund 25 Millionen Franken neu gebaut. Ab Sommer 2016 sollen im Mittelstufenzentrum Zehntenhof die Jugendlichen des 5. und 6. Schuljahres unterrichtet werden. Um den Neubau zu realisieren, musste der rund 50 Jahre alte Vorgängerbau abgebrochen werden. Während der Bauzeit findet der Unterricht in den Provisorien auf dem Margeläcker-Areal zur Schule. Dafür sind im Baukredit rund 1,5 Millionen Franken enthalten.

Das nächste grosse Projekt ist die Dreifachturnhalle Margeläcker. Mit ihr soll der Mangel an Turnhalle bis 2018 behoben werden. Im kommenden Jahr werden der Einwohnerrat und die Stimmberechtigten über den Baukredit von rund 13,5 Millionen Franken entscheiden. (DM)

Auch Wohnungsgrössen und Wohnungspreise haben einen Einfluss auf Bevölkerungsstruktur und damit auf die Kinderzahl. Zudem sind Mittagstisch, Blockzeiten, Schulsozialarbeit Musikschulunterricht und Randstundenbetreuung neue Anforderungen, die die Schule erfüllen muss.

So hat die Gemeinde Wettingen im Langäcker ein Gebäude mit Kindergarten und Tagesstruktur für 3,5 Millionen Franken gebaut. Zu berücksichtigen sind weiter die Bedürfnisse der Turn- und Sportvereine.

Für Wettingen ein besonders wichtiger Aspekt: In den neuen Leitsätzen legt der Gemeinderat ein besonderes Schwergewicht auf den Sport. All die Ansprüche kann die Gemeinde nur erfüllen, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt die passenden Räume zur Verfügung stellt.

Um die Schulraumplanung zu verbessern, bildete die Gemeinde im vergangenen Jahr die Arbeitsgruppe Schulraumplanung. Nun soll, in einem nächsten Schritt, die neue Schulraumplanung initiiert werden.

Sofern der Einwohnerrat den Kredit bewilligt, sollen mehrere Planungsbüros zu Offerteingaben eingeladen werden. Der Gemeinderat wird dem geeigneten Büro den Planungsauftrag erteilen.

«Diese Arbeit muss von Spezialisten ausgeführt werden», sagt Gemeindeammann Markus Dieth, denn der Geschäftsleiter Schule könne diese angesichts der Komplexität nicht alleine erledigen.

Noch gibt es keinen fixen Terminplan für das Projekt, die Ergebnisse müssen aber bereits in das Schuljahr 2016/17 einfliessen. «Wir wollen ein flexibles Tool, das uns hilft, die notwendigen Schulräume bereit zu planen», sagt Rey. Die Zeit der Provisorien in Containern müsse vorbei sein.

Aktuelle Nachrichten