Am internationalen Tag des Ehrenamtes am nächsten Montag stehen sie im Zentrum: Menschen, die sich unentgeltlich für gemeinnützige Zwecke einsetzen. Auch der Gebenstorfer Verein Lernwerk darf seit einigen Jahren auf die Mithilfe von Frauen und Männern zählen, die sich regelmässig Zeit für soziale Einsätze nehmen. «Die Freiwilligenarbeit verdient grosse Anerkennung», schreibt das «Lernwerk» in einer Mitteilung.

Freiwillige haben beim Lernwerk vielfältige Einsatzmöglichkeiten: Beispielsweise als Mentorinnen und Mentoren von Arbeitsuchenden, die erst seit Kurzem in der Schweiz sind. Die Mentoren teilen ihre Berufserfahrungen und Netzwerke, um anderen den Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern. Andere unterstützen Programmteilnehmende beim Deutschlernen oder beraten sie in der Bewerbungsdossier-Werkstatt. Auch am Empfangsdesk des «Lernwerks» helfen Freiwillige regelmässig aus.

Die Männer und Frauen leisten in der Regel wöchentliche Einsätze von zwei bis sechs Stunden. Derzeit zählt das Lernwerk 20 aktive Freiwillige, die regelmässig in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Eine davon ist Tush Mulaj.

Bereits seit fünf Jahren engagiert sich die Mutter zweier kleiner Kinder das «Lernwerk». Anfangs unterstützte die 37-Jährige das Team des Lehrbetriebsverbunds bei administrativen Aufgaben. Seit vier Jahren übernimmt sie jeweils vormittags zusammen mit Programmteilnehmenden das Empfangsbüro.

«Mit ihrer ruhigen, besonnenen Art und ihrer Dienstleistungsbereitschaft ist sie Vorbild für alle anderen», schreibt der Verein. Der Einsatz beim «Lernwerk» bringe Abwechslung in ihrem Leben als Familienfrau, sagt Tush Mulaj. Und sie ergänzt: «Ich freue mich immer, zur Arbeit zu kommen und Teil dieser Organisation zu sein.» Die wechselnden Herausforderungen, denen sie begegne, und die Kontakte mit den vielen Menschen würden sie fit halten.

Seit diesem Sommer als freiwillige Helferin mit dabei ist Béatrice Renz. Die 67-Jährige war früher im sozialen Bereich tätig. Seit diesem Sommer unterstützt sie eine Programmteilnehmerin beim Deutschlernen.

Wöchentliche treffen sich die beiden und üben Konversation, reden über ihren Alltag, den Beruf und Aktuelles. «Ohne diesen organisierten Einsatz käme ich nie in Kontakt mit Menschen aus Kulturen, die mir fremd sind», sagt Béatrice Renz. «Ich erkenne, dass uns die gleichen Sorgen, Ängste und Wünsche beschäftigen. Das bringt uns näher.» Und sie fügt an: «Mit meinem Einsatz etwas bewegen zu können, motiviert mich sehr.»

Meta Greutert (63) ist diesen Herbst zum «Lernwerk»-Team dazugestossen. Sie hilft einmal wöchentlich in der rege besuchten, offenen Bewerbungsdossier-Werkstatt in Ennetbaden mit. Zudem ist sie teilweise noch im Architekturbüro ihres Lebenspartners mit administrativen Aufgaben betraut.

Bereits während ihrer Ausbildung und später im Berufsleben spürte Meta Greutert eine Affinität zur Arbeit mit Menschen. Stationen ihrer Laufbahn waren unter anderem die Stiftung «Pro Juventute» in Zürich, die Kinder, Jugendliche und deren Eltern mit Projekten fördert.

Zudem war sie bei der Pädagogischen Hochschule in Brugg-Windisch und im Medizinischen Zentrum in Brugg. «Ihren vollen Rucksack an Arbeits- und Lebenserfahrungen bringt sie nun für das Lernwerk ein», schreibt den Verein. Im hektischen Betrieb fühle sie sich wohltuend gefordert. «Es stellt mich auf, mit und für Menschen Sinnvolles und Gutes zu tun.»

Das Lernwerk ist Mitglied bei Benevol Aargau, der Fach- und Vermittlungsstelle für Freiwilligenarbeit. Offene Stellen für Freiwillige sind auf der Website von Benevol Jobs ausgeschrieben. (az)