Generationen von Badenerinnen und Badenern liessen bei Schaich Passfotos und Familienfotos machen. Nun ist damit Schluss: Die Foto-Pro-Gruppe wird liquidiert, schweizweit acht Läden machen dicht, darunter das Geschäft am Badener Bahnhofplatz. Laut Dieter Erhardt, Verwaltungsratspräsident der Foto-Pro-Gruppe, sind in der Filiale in Baden fünf Angestellte von der Schliessung betroffen. Am Dienstag wurden sie informiert. «Das Geschäft schliesst per sofort, entweder noch am Donnerstagabend, ansonsten spätestens am Freitagmorgen», so Erhardt am Donnerstag. «Die Chance, dass jemand anderes das Fotogeschäft an dieser Stelle weiterführt, ist gleich null. Der Name Foto Schaich wird aus Baden verschwinden, es tut uns leid», sagt Erhardt. Die Situation in Baden sei besonders schwierig gewesen: «Die Mieten in Baden sind enorm hoch. Spätestens im März 2019 hätten wir die Filiale an diesem Standort aufgegeben, wenn der Vertrag mit dem Vermieter ausgelaufen wäre.»

Hermann Schaich gründete 1920 im Haus Süssli am Bahnhofplatz die Firma H. Schaich, Optik, Foto. 1931 erwarb er das Diebold-Haus und liess es zum Geschäftshaus «Badenerhof» umbauen, wo das Geschäft bis zuletzt seinen Platz hatte.

Die Firma H. Schaich am Badener Bahnhofplatz auf einer undatierten Aufnahme.

Die Firma H. Schaich am Badener Bahnhofplatz auf einer undatierten Aufnahme. 

Mit Betroffenheit reagiert Ronald Schaich auf die Schliessung; er war der Letzte der Schaich-Familie, der noch im Geschäft arbeitete. Er lebt heute in Kenia und schreibt: «All die Mitarbeiter und Lehrlinge, die nun ohne Job sind, tun mir leid. Dass ein weiteres Fachgeschäft verschwindet, ist beim Einkaufsverhalten der Kundschaft im 21. Jahrhundert kaum verwunderlich.» Ronald Schaich verkaufte den Laden 2002 an Foto Pro. «Dies war einer meiner besten, weitsichtigsten Entscheide meines Geschäftslebens. Mein Konzept mit teuren, immer gut geschulten Mitarbeitern und einem umfangreichen Warensortiment hätte nicht all die Jahre überstanden.» Foto Pro habe einen anderen Weg gesucht. «Durch Grösse mit ursprünglich elf Filialen, einem straffen Sortiment und weniger Mitarbeitern pro Laden wurde versucht, die Rentabilität zu erhalten. Leider ging auch diese Rechnung nicht auf.»