Turgi war einst weitherum bekannt für seine zahlreichen Gastronomiebetriebe auf kleinem Raum. Doch Löwen, Central, Krone, Traube, Killer und andere mehr verschwanden nach und nach von der Bildfläche. Neben dem Wilerhof erweist sich das zentral am Bahnhofplatz gelegene Diana Pub als letztes grösseres Restaurant, das sich im Ort noch behaupten kann. Jahrelang wirtete dort Natale Jeraci. Dann verkrachte sich der Gastronom mit dem Hausbesitzer, warf das Handtuch und übernahm im September 2018 den Landgasthof Linde in Kleindöttingen. Seine Nachfolger sind seither die Brüder Vito (Geschäftsführer und Koch) sowie Davide und Jonathan Critti (Service). Mit im Team ist auch Vitos Partnerin Margherita, die für die Küche zuständig ist.

Die Sizilianer führen den Restaurant- und Bar-Betrieb als Ristorante Pizzeria Diana weiter und servieren gutbürgerliche Spezialitäten aus ihrer Heimat. Im typisch britischen Pub, das mit seinen schönen Wandmalereien ein absoluter Blickfang ist und unter kommunalem Schutz steht, kann sich der Gast Pizze, Panini und Antipasti einverleiben. An der Wand sticht eine Urkunde von der «Honorable Society of English Pubs» aus dem Jahre 1985 ins Auge. «God save the Queen» steht darauf in grossen Lettern. Die Kombination von altenglischem Pub und italienischer Küche, wie es sie in Turgi gibt, ist schweizweit einzigartig.

Einen Kontrast zum historischen und urigen Ambiente im Pub bietet das angeschlossene helle und gediegene Restaurant mit weiss gedeckten Tischen. Zur Mittagszeit gibt es fünf täglich wechselnde Menüs mit Salat oder Suppe für rund 18 Franken. Nur der Wochenhit – zum Zeitpunkt des Besuches ist es eine Rindfleischroulade gefüllt mit Rucola und Büffelmozzarella – ist etwas teurer und beläuft sich auf rund 26 Franken. A la carte sind Klassiker wie Scaloppine al Limone, Carpaccio di Manzo, 20 verschiedene Pizze und vieles mehr zu finden; aber auch hierzulande weniger bekannte Gerichte wie beispielsweise Coniglio in Porchetta. 

Die Pasta und Gnocchi sind allesamt hausgemacht. Fisch wird von Hauslieferant Bianchi stets frisch angeliefert und vor dem Gast am Tisch filetiert. Zu den ganz besonderen Spezialitäten «della casa» gehören Gerichte mit schwarzem Trüffel aus dem Piemont. Auf der kleinen aber feinen Weinkarte stehen ausschliesslich edle Tropfen aus italienischen Weingütern, welche Vito, Davide und Jonathan persönlich kennen. 

Das Restaurant blüht wieder auf

Feines Essen gehört für die 2005 in die Schweiz eingewanderten Critti-Brüder, die noch zwei weitere Geschwister haben, seit je zur Lebensgrundlage. «Unsere Mamma (†2015) kochte jeden Tag mit viel Liebe für die ganze Horde, und es ging immer sehr lebendig zu und her am grossen Familientisch», erzählt Jonathan und lacht. Wie Davide hat er eine Ausbildung zum Restaurationsfachmann absolviert. Vito, der gelernte Koch, war früher unter anderem im Restaurant Cittadella in Baden tätig. Mit der Leidenschaft ihrer Mutter im Blut und ungeheurer viel Hingabe und Engagement machen die Brüder Critti einen hervorragenden Job. Langsam kommt wieder Leben in den etwas in die Versenkung geratenen Betrieb. Einer der Gäste, die immer wieder kommen, ist Gemeindeammann Adrian Schoop.

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