Oberweningen

Euphorie nach Ja zu Fusionsgesprächen

Bald eine Gemeinde? Niederweningen (links) und Wehntaler Gemeinden diskutieren eine Fusion.WAL/AZ-Archiv

Bald eine Gemeinde? Niederweningen (links) und Wehntaler Gemeinden diskutieren eine Fusion.WAL/AZ-Archiv

Die vier Wehntaler Gemeinden könnten den Zusammenschlussbereits 2018 beschliessen, hofft Gemeindepräsident Surber.

Während in Baden und Ennetbaden die Fusionsbemühungen diesen Herbst ins Stocken geraten sind, haben die wenige Autominuten entfernten Wehntaler Gemeinden am Sonntag einen grossen Schritt in Richtung Zusammenschluss gemacht. Eine deutliche Mehrheit der Stimmbürger verlangte an einer Urnenabstimmung die Aufnahme von Zusammenschlussgesprächen – 72,5 Prozent in Oberweningen, 68,4 Prozent in Schleinikon, 67,5 Prozent in Niederweningen und 63,3 Prozent in Schöfflisdorf.

Entstehen könnte angrenzend an den Bezirk Baden und an das Zurzibiet in wenigen Jahren eine Gemeinde mit rund 7000 Einwohnern. Die Zustimmung am Wochenende war derart deutlich, dass Oberweningens Gemeindepräsident Walter Surber die Chance als gross betrachtet, dass noch in dieser Amtsperiode der Zusammenschluss Realität wird.

«Aufgrund der Rückmeldungen aus der Bevölkerung gab es Momente, in denen ich an einem Ja zweifelte. Dass die Zustimmung derart gross sein würde, damit konnten wir nie im Leben rechnen. Jetzt bin ich überzeugt, dass die Fusion sehr gute Chancen hat.» Grund für die überraschend deutliche Zustimmung könnten die zahlreichen Zuzüger in den vier Gemeinden gewesen sein, die eine Fusion meist rationaler betrachten als alteingesessene Einwohner, glaubt Surber.

Die Zusammenschluss-Gespräche werden Anfang 2015 starten und rund drei Jahre dauern. Als Erstes wird eine Projektgruppe zusammengestellt; noch offen ist, wer neben den vier Gemeindepräsidenten Einsitz haben wird. Die Gruppe soll Vor- und Nachteile einer Fusion aufzeigen. Im Mitwirkungsverfahren sollen kritische Fragen geklärt werden – etwa nach der Höhe des Steuerfusses, dem Gemeindenamen und dem Wappen. «Derzeit ist oft von Wehntal die Rede, was mir persönlich gefällt, weil dieser Name weder eine Gemeinde bevorzugt noch benachteiligt», sagt Surber.

Bevor die Fusion Tatsache wird, werden die Wehntaler Gemeinden ihren Stimmbürgern den konkreten Zusammenschlussvertrag vorlegen müssen. Bereits 2018, im letzten Jahr dieser Legislatur, könnte die Fusion zustandekommen, hofft Surber. Die Vorteile von nur einer Gemeinde im Wehntal lägen auf der Hand, sagt er: Bereits heute arbeiten die Ortschaften auf verschiedenen Ebenen zusammen, so etwa in den Bereichen Feuerwehr, Zivilschutz, Alterszentrum, Sport, Informationsblatt, Jugendarbeit, Kultur und Spitex. Ausserdem stelle der Kanton Fusionsprojekten finanzielle Unterstützung in Aussicht.

Widerstand hatte kurz vor der Abstimmung die SVP geleistet. Sie kritisierte gemäss «Zürcher Unterländer» unter anderem, eine Fusion würde ein neues Gemeindehaus erfordern. Ob es ein solches zentrales Gebäude brauche, sei jedoch noch nicht klar, stellt Niederweningens Gemeindepräsidentin Andrea Weber klar.

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