Ennetbaden

Ex-Bankerin findet ihr Glück in der Malerei

Roselyne Pantli zeigt eines ihrer Aquarelle. Ursula Burgherr

Roselyne Pantli zeigt eines ihrer Aquarelle. Ursula Burgherr

Ihre Aquarelle malt Roselyne Pantli vor allem in der Nacht: Im Gemeindehaus stellt sie ihre Werke aus. Früher war Roselyne Pantli in der Anlageberatung tätig.

An welche Wand der Blick in Roselyne Pantlis Wettinger Wohnhaus auch fällt, überall hängen ihre selbst kreierten Malereien. «Ich habe Freude an meinen Bildern», sagt die 54-Jährige, «sie erzählen mir Geschichten über meine Reisen und wecken schöne Erinnerungen.»

Sie ist weit herumgekommen. Statt Fotos zeugen naturalistische Aquarelle von ihren Auslandaufenthalten. Mit gekonnten Pinselstrichen gibt sie die berühmten südenglischen Klippen Seven Sisters wieder – oder wilde irische Strände, italienische Küstengebiete und Fantasielandschaften mit Feldern, die aussehen wie Patchworkdecken.

Vor allem malt Pantli Impressionen aus ihrer zweiten Heimat Frankreich – ihre Mutter ist Pariserin: Ob kleine Strassencafés, Häuserfassaden oder Natur, jede Kreation offenbart dem Betrachter unzählige kleine Details.

Regelmässige Austellungen

Das Aquarellieren verlangt der Mutter von zwei erwachsenen Kindern totale Konzentration ab. «Ich arbeite stundenlang an einem Bild», sagt Pantli. Vor allem spät in der Nacht kämen ihr die Ideen und dann male sie bis in die frühen Morgenstunden. Ihr klassischer Stil scheint zu gefallen. Seit 1987 stellt sie regelmässig in der ganzen Deutschschweiz aus.

Ihre pädagogische Begabung stellt Pantli seit Jahren in der Aktivierung von Alters- und Pflegeheimbewohnern unter Beweis. Nebst Turnen, Singen und Gedächtnistraining gibt sie den Senioren auch Malunterricht. «Sogar seelisch angeschlagene Personen blühen beim Malen auf und entdecken neue Fähigkeiten», erzählt sie aus ihren Erfahrungen.

Kaum zu glauben, dass die Künstlerin in jungen Jahren als Bankerin in der Anlageberatung tätig war. Heute ist Pantli froh, dass sie nichts mehr mit der Finanzwelt zu tun hat. «Je mehr Geld die Leute hatten, desto unzufriedener wurden sie», erinnert sie sich. Die Lebensfreude beim Malen ist ihr wichtiger als Karriere. Den Malunterricht möchte sie zu Hause mit Privatstunden ausbauen. Pantli: «Vielleicht kann ich einmal davon leben – das wäre mein Traum.»

Ausstellungsreihe «Kunst im Treppenhaus»: 6. November – 20. Februar; Mo,
8 – 11.30, 13.30 – 18 Uhr; Di – Do, 8 – 11.30, 13.30 – 16.30 Uhr; Fri, 8 – 11.30, 13.30 –
16 Uhr; Gemeindehaus Ennetbaden

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