Es stellte sich nach Recherchen der az heraus, dass alle Geschichten in der Werbekampagne frei erfunden waren. Neuerdings erscheint die aufsehenerregende Werbekampagne auch in der «NZZ am Sonntag». «Die Werbetexte sind auf Zürcher Verhältnisse angepasst», sagt Dölf Köpfli, Besitzer des Hauses.

So ist die Witwe in einem der fiktiven Lebensläufe nicht mehr aus Oberrohrdorf, sondern aus Zürich Höngg. Auffallend: In den NZZ-Inseraten steht von Beginn an, dass die Geschichten frei erfunden sind. «Die Leute sollen sofort wissen, worum es geht», sagt Köpfli.

Grund für die Offensive in Zürich: Dem Geschäfts- und Wohnhaus an der Badstrasse 21 fehlen die Interessenten. Genauer gesagt solche, die bereit sind, die Luxuswohnungen im ehemaligen Höchli-Gebäude zu mieten. Käufer gebe es laut Köpfli genug. Klar, kaufen sei für viele Personen die bevorzugte Variante. Denn viele haben Angst davor, dass ihnen der Mietvertrag gekündigt werden könnte.

«Das verstehe ich nicht», sagt Köpfli und fügt an: «Es gab sogar schon Anfragen für einen 20-Jahre-Mietvertrag.» Verkaufen will er aber nicht. «Mein Herz hängt an diesem Haus», sagt Köpfli. «Ich habe früher selber darin gewohnt. Es ist ein absolutes Bijou.»

Bisher nur Ladenfläche vermietet

Mit der Expansion der Werbeinserate in Zürcher Medien kommt der Gedanke auf, dass es für die leeren Wohnungen in der Badstrasse 21 zu wenige Interessenten gibt. «Durch die Inserate in der NZZ ist die Interessentenzahl tatsächlich gestiegen», sagt Köpfli. Doch einen unterschriebenen Mietvertrag gibt es bisher nur für die Ladenfläche im Erdgeschoss.

Der Umbau ist kostspielig, somit auch die Mietpreise. André Roth AG in Baden verwaltet die Badstrasse 21. «Es handelt sich um exklusive Mietobjekte», sagt Immobilienmakler Beat Villiger. Unter 3000 Franken ist dort keine Wohnung erhältlich. Wer sich konkret für die Mietkonditionen interessiere, könne sich telefonisch melden. «Wir haben noch bis Dezember Zeit, um die Wohnungen zu vermieten», sagt Dölf Köpfli. Sollten die Räumlichkeiten dann noch leer stehen, könne er sich doch vorstellen, über einen Verkauf nachzudenken.