Glücksspiel
Expandiert das Badener Stadtcasino in Berlin statt in Wien?

Das Grand Casino Wien mit Badener Beteiligung muss warten. Das Projekt liegt zur Zeit auf Eis. Nun versucht die Stadtcasino Baden AG in Deutschland zu wachsen – während die Erträge im Heimmarkt schrumpfen.

Merken
Drucken
Teilen
Die Stadtcasino Baden AG versucht ihr Glück in Deutschland.

Die Stadtcasino Baden AG versucht ihr Glück in Deutschland.

Sandra Ardizzone

Die Spielerträge im Schweizer Casinomarkt sind seit 2007 rückläufig – eine Entwicklung, der sich auch das Grand Casino Baden nicht entziehen kann. «Weil der Schweizer Casino-Markt gesättigt ist, ist Wachstum nur durch die Expansion im Ausland möglich», schreibt denn auch die Berner Kantonalbank (BEKB), auf deren Plattform OTC-X die Stadtcasino-Aktien gehandelt werden, in einer Unternehmensanalyse. Fazit: «Für das weitere Wachstum der Stadtcasino-Baden-Gruppe wäre die Konzession in Wien wichtig gewesen.»

Diese wurde allerdings kürzlich zurückgezogen, nachdem ein Wettbewerber beim österreichischen Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht hatte. Ob das Projekt weiterverfolgt wird, ist derzeit offen. Falls nicht, müsste die Badener Casino-Gruppe laut BEKB-Analyse in der diesjährigen Jahresrechnung Vorlaufkosten von etwa drei Millionen Franken abschreiben.

Während die Zukunft des Wiener Projekts offen ist, wird ein anderes in Berlin konkreter. «Wir sind uns mit unserem Partner, dem deutschen Glücksspielkonzern Gauselmann, einig, ein gemeinsames Konzessionsgesuch einzureichen», sagt Detlef Brose, CEO der Grand Casino Baden AG. Die neue Konzession soll laut Ausschreibung des Berliner Senates ab Januar 2018 gelten.

In der Schweiz ist derweil die Zukunft des Casino Davos unsicher, das zu 90 Prozent der Stadtcasino Baden AG gehört. Nach dem Wegfall der Wechselkursuntergrenze werde dort ein höheres Defizit erwartet, heisst es in der BEKB-Analyse. «Eine Schliessung kann nicht mehr ausgeschlossen werden.» Positive Renditen seien in den Schweizer Bergcasinos nur mit einer weiteren Reduzierung der Spielbankenabgabe möglich, sagt dazu Brose. Zudem würden die Bergcasinos von den strengen Regularien des Casinomarktes besonders hart getroffen.

«Sollte die Politik nicht entsprechend reagieren, droht ihnen aus unserer Sicht mittelfristig die Schliessung.» Das Grand Casino Baden hält sich in einem stagnierenden Markt derweil gut: Mit einem Bruttospielertrag von 65,5 Millionen Franken belegte es 2014 landesweit den zweiten Platz, knapp vor Basel und Zürich. Das Ziel für 2015 sei, diesen Platz zu verteidigen, sagt Brose. (per)