Kino-Royal
Experiment im Kino Royal: Im Herbst geht’s los!

Das Kino Royal wird es in dieser Form nie mehr geben. Das hindert die Kulturschaffenden jedoch nicht daran, nach Alternativen zu suchen - im Gegenteil: Der Kulturbetrieb «Mon Royal» darf das alte Kino als multimediale Kulturbühne zwischennutzen.

Fabienne Eichelberger
Drucken
Teilen
Kino Royal

Kino Royal

Aargauer Zeitung

Die Leinwand bleibt - ein Grossteil der Stühle kommt raus. Auf den Kulturbetrieb «Mon Royal» wird in den nächsten Monaten einiges an Arbeit zukommen. Nachdem der Stadtrat einer Zwischennutzung des Kinos Royal von drei Jahren zugestimmt hat, kann sich der Verein nun der Raum- und Programmgestaltung widmen. Im November soll der neue Kulturtempel seine Tore öffnen. «Wir werden an die Tradition des Kinos anknüpfen», erzählt Marc Angst vom Kulturbetrieb «Mon Royal». In Konkurrenz zu den anderen Kinobetrieben werden sie aber nicht treten. Dies ist auch die Bedingung der Stadt Baden: «Es darf kein kommerzieller Kinobetrieb geführt werden. Ansonsten haben die Betreiber freie Hand», sagt Patrick Nöthiger, Leiter der Abteilung Kultur.

Verschiedene Kunstformen

Geplant ist eine multimediale Kulturbühne. Eine Bezeichnung, die viel Spielraum offen lässt: Unter anderem freut sich der Verein auf eine Videojukebox, eine Leinwand-Disco und auf interaktives Kino. «Das Royal soll zu einem experimentellen Ort werden. Im Zentrum steht aber immer das Bild», erklärt Angst. Bebilderte Konzerte, illustrierte Lesungen, Filme zusammen mit Theater - Verschiedene Kunstrichtungen, die früher keinen Platz fanden, sollen im Royal zusammen laufen. «Wir wollen Newcomern eine Plattform bieten», sagt das Vereinsmitglied.

Gleichzeitig hätten sie einen hohen künstlerischen Anspruch. So könnten sie sich auch die Zusammenarbeit mit Festivals vorstellen. Zudem werde nicht nur «Mon Royal» Veranstaltungen durchführen: «Wir werden den Raum auch in Zusammenarbeit mit den vielen ‹obdachlosen› Kultur-Veranstaltern nutzen.»

Ein Projekt aus der Not

Mit dem Trägerverein freuen sich somit viele weitere Kulturschaffende aus der Region. «Das Projekt ist auch aus der Not entstanden», sagt Angst. Räume für kulturelle Veranstaltungen seien Mangelware. Der vorzeitig geplante Abriss des alten Kinos zugunsten von Parkplätzen bezeichnet er daher als «Segen und Leid»: «Er eröffnete uns sehr viele Möglichkeiten.» Obwohl das Gebäude vom Besitzer als «Abbruch-Haus» klassiert wurde, möchte der Verein nicht «den ganzen Saal auf den Kopf stellen», wie Angst betont, «für uns ist das Gebäude nach wie vor ein Denkmalobjekt.»

Im Rahmen des Umbaus werden lediglich die Sitzreihen entfernt, sowie der bis anhin schräge Kino-Boden abgeflacht und in Bühne und Zuschauerraum unterteilt. Der vorerst für drei Jahre abgeschlossene Mietvertrag zwischen der Stadt Baden und dem Kulturbetrieb dauert bis zur Bewilligung eines Neubauprojektes. «Also hoffentlich länger als drei Jahre», so der Kulturbetrieb.

Aktuelle Nachrichten