Der Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung beträgt in der Stadt Baden gemäss «Bilanz» derzeit im Durchschnitt rund 6300 Franken. Die Grafik der Zeitschrift zeigt, wie viel Wohneigentum wo kostet – in Franken pro Quadratmeter: Am höchsten sind die Preise neben Badens Innenstadt am Lägernhang in Wettingen und Ennetbaden sowie in Teilen Obersiggenthals, insbesondere oberhalb Rieden. Im Vergleich dazu günstiger sind gemäss den Daten der Firma Wüest&Partner die Wohneigentumspreise in Neuenhof und Teilen Nussbaumens, aber auch Rütihof.

In den vergangenen drei Jahren ist der Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung im mittleren bis höheren Segment in der Stadt um 21 Prozent angestiegen. Während Professor Didier Sornette von der ETH Zürich im Sommer mitteilte, im Bezirk Baden bestünden Anzeichen für eine Immobilienblase und er erwarte eine Stagnation der Preise oder zumindest eine allmähliche Abflachung des Preisanstieges, so äussern Immobilien-Experten aus der Region Baden auf Anfrage der az die Prognose: Die Preise werden auch 2014 weiter ansteigen.

«Kaum mehr günstiger Wohnraum»

Michael Unold von der Firma Remax in Baden geht davon aus, dass die Preise für Wohneigentum weiter moderat ansteigen werden - nicht nur in der Stadt Baden, sondern auch in den umliegenden Gemeinden. «Richtig günstiger Wohnraum ist inzwischen im nahen Umkreis von Baden kaum mehr zu finden.»

Dass es sich um eine leichte Immobilienblase handeln könnte, glaubt Unold nicht: «Solange wir eine so starke Zuwanderung verzeichnen wie momentan, wird die Nachfrage nach Wohneigentum hoch bleiben, und die Preise werden nicht günstiger.» Unterscheiden müsse man jedoch die Art der Liegenschaften: Die Rendite bei Wohneigentum sei deutlich höher als bei Gewerbeeigentum, wo derzeit eine Überkapazität bestehe.

Hans Ruedi Stierli, Geschäftsleiter von Immotip AG am Badener Theaterplatz, sagt: «Wenn die Hypothekarzinsen in den kommenden Jahren tief bleiben, wird die Nachfrage nach Wohneigentum weiterhin ansteigen - und auch die Preise dürften sich erhöhen.» In den kommenden fünf Jahren könnten die Preise bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen um 20 Prozent ansteigen, sagt Stierli.

Das habe insbesondere mit der guten Verkehrsanbindung zu tun. «Viele Käufer sind schon jetzt bereit, einen höheren Quadratmeterpreis zu bezahlen, wenn sie dafür nicht lange im Stau stehen müssen, um zum Arbeitsort zu gelangen. In Zukunft müssen wir mit noch stärker verstopften Strassen rechnen, was das Wohnen in Stadtnähe weiter aufwertet und teurer macht.»

Die Nachfrage vor allem nach Geschosswohnungen im gut ausgebauten Segment sei derzeit enorm - ein wenig auf Kosten der Reihenhäuser, bei denen die Nachfrage nicht mehr ganz so stark sei. Junge Käufer machten sich schon jetzt Gedanken, wie sie im Rentenalter leben möchten, sagt Stierli: «Viele entscheiden sich dafür, bequem auf einem Stock zu leben statt in einem mehrgeschossigen Einfamilienhaus.»

Er glaube nicht, dass der Peak schon erreicht sei, sagte Marco Uehlinger von der Markstein AG in Baden gegenüber der «Bilanz». Die Nachfrage nach Wohnungen sei sehr hoch, aber es gebe fast nichts zu kaufen. «Aufgrund dieses Missverhältnisses steigen die Preise.»