Einwohnerrat

Fällt die neue Dreifachturnhalle in Baden dem Rotstift zum Opfer?

Das Oberstufenzentrum Burghalde – umstritten ist, ob eine neue Zweifach- oder eine Dreifachturnhalle gebaut werden soll.

Das Oberstufenzentrum Burghalde – umstritten ist, ob eine neue Zweifach- oder eine Dreifachturnhalle gebaut werden soll.

Badener Vereine fordern bessere Trainingsmöglichkeiten – und seit Jahren eine neue Dreifach-Turnhalle. Auf dem Burghaldenareal scheint eine solche möglich. Bürgerliche bevorzugen allerdings eine Doppelhalle – wegen der Finanzen.

Das Burghaldenareal muss neu gestaltet werden, damit dort künftig sämtliche Oberstufenschüler der Stadt unterrichtet werden können. Heute Abend stimmt der Einwohnerrat über einen Projektierungskredit von 7,05 Millionen Franken ab. Für Diskussionen sorgt die dazugehörige Frage, ob das Projekt mit einer Dreifach-Turnhalle oder nur mit einer Zweifachhalle realisiert werden soll.

Andres Greter, Sportverantwortlicher der Stadt, plädiert für eine Dreifachhalle: «Auf Badener Boden stehen 24 Turnhallen. Bis auf die Kantonsschule-Hallen, die sich im Besitz des Kantons befinden, existiert aber keine einzige Dreifachturnhalle.»

Bereits beim Bau der neuen Turnhallen in der Berufsfachschule (BBB) habe man es verpasst, eine Dreifachhalle zu realisieren. Für Sportvereine sei die Burghalde-Halle für lange Zeit die letzte Hoffnung, erklärt Greter weiter. Es werde an anderer Stelle in Baden in den nächsten rund 20 Jahren sehr schwierig sein – wenn nicht unmöglich – eine Dreifachhalle zu bauen; dazu fehle der Platz.

Aus Sicht der Schule könnte auf die Dreifachhalle verzichtet werden, schreibt der Stadtrat in der Vorlage. Sie benötige insgesamt drei Sporthallen, was mit dem Bau einer Doppelhalle und der bestehenden Halle erfüllt wäre. Plane man mit einer Zweifachhalle, würde einerseits der Projektierungskredit sinken, andererseits könnten beim Bau 5,67 Millionen gespart werden. Aus sportpolitischen Gründen hat der Stadtrat die Dreifachhalle in der Projektierungskreditvorlage beibehalten. «Die Sportvereine fordern seit Jahren eine Dreifachturnhalle.»

«Ein absolutes Muss»

Für Matthias Grob, Präsident des Stadtturnvereins Baden, steht fest: «Für die Förderung des Breiten- und Spitzensports in unserer Stadt ist eine Dreifachturnhalle ein absolutes Muss.» Es gebe in Baden grundsätzlich zu wenig Trainingsmöglichkeiten, und ganz besonders fehle das Angebot an grossen Hallen, die Sportarten mit einem «grossen Feld» erst ermöglichen.

«Die Unihockey-Teams beispielsweise müssen jeweils Hallen anderer Gemeinden mieten.» Auch für die Handballer in der Region sei die Situation teilweise unbefriedigend. «Die 1000 Mitglieder des Stadtturnvereins zählen darauf, dass sich der Einwohnerrat für eine Dreifachhalle ausspricht.»

«Blaue Blume», Siegerstudie des Sekundarstufenzentrums Burghalde.

«Blaue Blume», Siegerstudie des Sekundarstufenzentrums Burghalde.

Ob diese Argumente die Einwohnerräte zu überzeugen vermögen? Die Grünen haben angekündigt, die Erstellung einer Dreifachhalle heute Abend zu unterstützen. Das Team spricht von einem Zankapfel: «Entscheidende Frage ist, ob eine Dreifachturnhalle aus finanzpolitischen Gründen dem Rotstift zum Opfer fallen oder ein derartiges Projekt aus sportpolitischen Überlegungen realisiert werden soll.»

FDP: Kehrtwende zeichnet sich ab

Voraussichtlich gegen eine Dreifachhalle stimmen werden laut der Fraktionsmeldung die Stadtparlamentarier der CVP, weil gemäss Anforderungsprofil der Schule zwei Turnhallen ausreichen.

Eine Kehrtwende zeichnet sich bei der FDP ab: Im Herbst vor zwei Jahren hatte die Partei den Bau einer Dreifachturnhalle noch als «unabdingbar» bezeichnet, teilt nun aber mit: «Die FDP wird, wenn auch schweren Herzens, auf die Dreifachturnhalle verzichten. Wir müssen uns wirklich auf das absolut Notwendige beschränken.»

Einige wenige Sportarten werden keine Wettkampfspiele in der Burghalde durchführen können, schreibt die Partei. «Das tut weh, rechtfertigt aber keine Investition von gegen 6 Millionen Franken.»

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