55 000 Autofahrer nutzen jeden Tag die Strassen in und um Baden. Damit der Verkehr im Zentrum so flüssig wie möglich vorankommt, hat der Grosse Rat vor sieben Jahren das Projekt «Verkehrsmanagement Baden-Wettingen» lanciert.

Dabei sollen Autos mittels Ampeln je nach Verkehrsaufkommen bereits ausserhalb des Zentrums aufgehalten und phasenweise in die Stadt gelotst werden. So auf dem Teilstück der Hertensteinstrasse in Richtung Obersiggenthal, wo Lichtsignalanlagen bereits aufgestellt, aber noch nicht in Betrieb genommen wurden.

Fahrverbot während Rushhour

Der Kanton will nun auch auf der Hertensteinstrasse in Richtung Ennetbaden flankierende Massnahmen ergreifen. Dieses Teilstück soll zu gewissen Zeiten für den Verkehr gesperrt werden, mit Ausnahme für Anwohner und Zubringer. Das Fahrverbot soll zu den Verkehrsspitzenzeiten gelten, wenn auch die Ampeln auf dem Teilstück der Hertensteinstrasse in Richtung Nussbaumen eingeschaltet sind. «Es geht darum, zusätzlichen Schleichverkehr durch Ennetbaden zu verhindern», sagt Kurt Grauwiler, Projektleiter Verkehrsmanagement beim Kanton Aargau.

In Obersiggenthal sorgt diese Idee für Kritik. BDP-Einwohnerrätin Anna-Katharina Hess: «Wenn die Hertensteinstrasse in Richtung Ennetbaden gesperrt wird, hat dies zur Folge, dass noch mehr Verkehr als bisher durch Obersiggenthal fahren wird. Unsere Gemeinde ist schon jetzt übermässig vom Durchgangsverkehr betroffen. Die Situation wird sich durch das Verkehrsprojekt Oase und den geplanten Martinsbergtunnel noch verschärfen.»

Dieselbe Meinung vertritt CVP-Einwohnerrat Erich Schmid: «Die Verkehrspolitik des Kantons Aargau geht immer mehr zulasten Obersiggenthals. Gleichzeitig wird Ennetbaden anscheinend aus Prinzip geschont.» Ennetbaden habe schon durch die Sperrung der Schiefen Brücke und durch den Umfahrungstunnel einen Grossteil des Verkehrs aus dem Kern verbannen können. «Ich hoffe, dass unser Gemeinderat Einsprache gegen die geplante Teilsperrung der Hertensteinstrasse erheben wird.»

«Wir werden nicht bevorzugt»

Ennetbadens Vizeammann Jürg Braga (FDP) erklärt: «Wir wissen seit rund einem halben Jahr, dass der Kanton die Hertensteinstrasse teilweise sperren will. Wir begrüssen diese Massnahme selbstverständlich. Ansonsten wären wir während der Zeit der Verkehrsdosierung von Mehrverkehr betroffen.» Dass Ennetbaden gegenüber Obersiggenthal bevorzugt werde, glaubt Braga nicht: «Das Zentrum von Obersiggenthal wird dank der Lichtsignalanlagen meines Erachtens entlastet.»