Oberrohrdorf
Fall der geköpften Katze Runa: Polizei findet die Tatwaffe

Jetzt ist die Vermutung bestätigt, dass der Katze der Familie Rebmann mutwillig der Kopf abgetrennt wurde. Vom Täter fehlt jede Spur, die Polizei ermittelt.

Carla Stampfli
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Jordana Rebmann zeigt ein Bild von Runa. Die Katze wurde an dieser Stelle im Garten ohne Kopf gefunden.

Jordana Rebmann zeigt ein Bild von Runa. Die Katze wurde an dieser Stelle im Garten ohne Kopf gefunden.

Carla Stampfli

Es war ein grausiger Fund, den die Familie Rebmann aus Oberrohrdorf Mitte November 2017 machte: Sie fand ihre Katze Runa enthauptet in ihrem Garten. «Nur der Körper war da. Vom Kopf fehlte jede Spur», sagte Mutter Jordana Rebmann gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, ging damals von einer vorsätzlichen menschlichen Handlung aus. «Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Kopf abgetrennt worden ist.»

Drei Monate nach dem Vorfall steht nun fest: Der Kopf der Katze wurde von einer Person gewaltsam abgetrennt. «Vor wenigen Tagen haben wir einen entscheidenden Hinweis erhalten und in der Folge die mutmassliche Tatwaffe sicherstellen können», sagt Graser auf Anfrage.

Um welche Waffe es sich genau handelt, gibt er aus ermittlungstechnischen Gründen nicht bekannt. Sie sei aber in der Nähe des Wohnorts der Familie gefunden worden. «Damit lagen wir richtig in der Annahme, dass der Kopf mutwillig abgetrennt wurde. Die Katze wurde also nicht von einem Wildtier oder durch einen Unfall getötet.»

Situation sei sehr befremdend

Für Familie Rebmann waren die letzten Monate nicht einfach. «Wir konnten gar nicht richtig um Runa trauern. Das Drumherum hat uns zu sehr beschäftigt», sagt Jordana Rebmann. Die Situation sei für die Familie mysteriös und sehr befremdend. «Wir haben schon viele Sachen gelesen, doch so etwas haben wir noch nie gehört, geschweige denn erlebt.» Sie wüsste nicht, weshalb jemand Runa hätte töten und deren Rumpf in den Garten der Familie legen sollen. «Wir wohnen seit vielen Jahren in Oberrohrdorf und pflegen ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft.»

Auf Anraten der Kantonspolizei hat die Familie nun eine Alarmanlage und Kameras installiert. «Wir sind alle sehr traurig über den Verlust von Runa.» Insbesondere fände sie es für ihre beiden Kinder schade. «Sie können weniger gut mit dem Geschehenen umgehen. Ihr Vertrauen in die Menschen ist nun ein Stück weit geschwunden.» Was der Familie jedoch Rückhalt gebe, seien die vielen Rückmeldungen und Briefe, die sie erhalten habe.

Weitere Ermittlungen ausgelöst

Die Sicherstellung der Tatwaffe hat nun weitere Ermittlungen ausgelöst, wie Kapo-Sprecher Bernhard Graser sagt. «Wir nehmen derzeit die Spuren auf. Die Wahrscheinlichkeit ist aber klein, dass der Fall aufgeklärt wird.» Man habe es mit einer Straftat zu tun, die zum Glück sehr selten vorkomme. «Wenn dann bei solch aussergewöhnlichen Delikten kein Motiv erkennbar ist, sind Rückschlüsse auf die Täterschaft umso schwieriger.» Da sämtliche Ermittlungen bislang erfolglos geblieben seien und auch keine Hinweise von Augenzeugen vorliegen würden, seien die Erfolgsaussichten stark gesunken. «Unsere Hoffnung ist nun, über die sichergestellte, mutmassliche Tatwaffe weiterzukommen», sagt Graser. Die Kantonspolizei geht von einer Einzeltat gegen Katze Runa aus.

Jetzt, wo klar ist, dass der Vierbeiner mutwillig getötet wurde, müssen Oberrohrdorfer Büsibesitzer um ihre Tiere bangen? Bernhard Graser winkt ab und sagt: «Bei allem Verständnis für die Verunsicherung sehen wir keinen objektiven Grund, sich Sorgen zu machen.» Der Kapo seien bislang keine weiteren Fälle dieser Art gemeldet worden. «Wer eine Katze hat, weiss, dass es kaum möglich ist, deren Gewohnheiten zu beeinflussen.» Spezielle Ratschläge lassen sich daher nicht abgeben.

Familie Rebmann versucht nun, das Geschehene so gut es geht zu verdrängen. «Wir müssen das Ereignis abhaken. Wir reden uns ein, dass Runa von einem kranken Menschen enthauptet wurde.» Ganz vergessen werde man den Vorfall aber nie.

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