Ennetbaden

Fall Ennetbaden: Staatsanwalt zieht mildes Urteil vor Bundesgericht

Der Alfa Romeo von Todesfahrer Giuseppe L. nach dem Unfall.

Der Alfa Romeo von Todesfahrer Giuseppe L. nach dem Unfall.

Giuseppe L. raste einen Familienvater zu Tode. Das Bezirksgericht verurteilte ihn zu fünf Jahren Haft. Dann siegte der Todesfahrer vor dem Obergericht. Doch das will die Staatsanwaltschaft nicht akzeptieren und zieht den Fall nun vor Bundesgericht.

«Todesfahrer muss nur nachts ins Gefängnis» – so titelte die az Aargauer Zeitung Mitte Mai nach dem Urteil des Obergerichts im Fall Ennetbaden.

Dieses hatte vor zwei Monaten das Urteil gegen Giuseppe L., der einen Töfffahrer zu Tode fuhr, massiv gesenkt: Statt fünf Jahre, wie das Bezirksgericht befand, sollte der Todesfahrer nur noch ein Jahr ins Gefängnis. Und dies nur nachts, während der Verurteilte tagsüber seiner Arbeit nachgehen kann.

Dieses Urteil kam zu Stande, weil das Obergericht entschied, dass Giuseppe L. beim tödlichen Überholmanöver nicht «vorsätzlich», sonder nur «fahrlässig» gehandelt habe, weshalb das milde Urteil  «angemessen» sei.

Doch nun gibt die Staatsanwaltschaft bekannt: Staatsanwalt Christoph Rüedi akzeptiert das milde Urteil nicht und zieht den Fall vor Bundesgericht.

Milderes Urteil für Todesraser von Ennetbaden

So berichtete Tele M1 im Mai nach dem milden Urteil des Obergerichts

Familienvater starb auf der Unfallstelle

Der Unfall geschah im Juni 2009: Damals fuhr Giuseppe L. mit drei Kollegen in seinem Alfa Romeo von Bad Zurzach Richtung Ennetbaden.

In einer unübersichtlichen Rechtskurve, kurz vor dem Ortsschild, überholte er mit übersetzter Geschwindigkeit trotz Sicherheitslinie ein Auto. Darauf prallte er mit voller Wucht in einen korrekt entgegenkommenden Töfffahrer.

Der zweifache Familienvater starb auf der Unfallstelle.

Empörte Leser

Viele Leser zeigten sich nach dem milden Urteilsspruch des Obergerichts empört. «Sp ein Raser gehört für Jahre weggesperrt und er sollte auf Lebzeiten nie mehr Autofahren dürfen. Wie viele unschuldige Tote braucht es denn noch?», schreibt ein Leser.

Auch RoadCross sprach von einem verantwortungslosen Urteil: «Das ist einmal mehr ein mutloser Entscheid des Gerichts, ein Schlag ins Gesicht jedes Opfers», so Sprecher Silvan Granig.

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