Turgi/Zezikon
Fall Isabella (†20): Kantonspolizei Thurgau bildet spezielle Ermittlergruppe

Seit Donnerstagmorgen steht fest: Die tote Frau, die in einem Wald in Zezikon TG gefunden wurde, ist die vermisste Isabella T. aus Turgi. Die zuständige Kantonspolizei Thurgau bildet für den Fall eine eigene Ermittlergruppe, um herauszufinden, wie die 20-Jährige ums Leben kam.

Fabian Hägler
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Wie, wann und wo Isabella gestorben ist, ist unklar.

Wie, wann und wo Isabella gestorben ist, ist unklar.

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Eine Woche, nachdem Manfred Hunziker in einem Waldstück im Kanton Thurgau die Leiche einer Frau entdeckt hat, steht fest: Die Tote ist die vermisste Isabella T. (20) aus Turgi. Die Kantonspolizei Thurgau teilte am Donnerstagmorgen mit, Abklärungen des Instituts für Rechtsmedizin St. Gallen hätten ergeben, dass es sich bei der Toten um die junge Serbin aus dem Aargau handelt.

Mario Christen, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, sagt auf Anfrage: "Wir bilden für diesen Fall eine spezielle Ermittlergruppe und tragen nun in einem ersten Schritt alle verfügbaren Informationen der Kollegen aus anderen Kantonen zusammen." Dies sind in erster Linie der Aargau, wo Isabella T. bei ihrer Familie in Turgi wohnte, und Zürich, wo die junge Frau Anfang November zuletzt im Ausgang gesehen wurde.

Dass eine tote Frau in einen Teppich eingewickelt im Wald gefunden wird, lässt mit grosser Wahrscheinlichkeit auf ein Gewaltverbrechen schliessen. Christen spricht aber nicht von Mordermittlungen oder einem Tötungsdelikt, sondern sagt weiterhin, die Polizei ermittle in alle Richtungen. Grund dafür ist, dass die Todesursache von Isabella T. noch nicht feststeht, wie die Kantonspolizei Thurgau mitteilt.

Isabella T. (†20) verschwand am 3. November 2017. Ende Januar 2018 wurde ihre Leiche gefunden.
9 Bilder
Manfred Hunziker fand die Leiche in der letzten Januarwoche an dieser Stelle im Wald.
Die Leiche war in einen Teppich eingerollt, der hier lag.
Hunziker gehört das Waldstück.
Die Lambada Bar in Zürich – hier wurde Isabella zuletzt gesehen.
Mutter von Isabella T. nach dem Leichenfund: «Ich hoffe und bete, dass sie es nicht ist»'
Das letzte Bild aus dem Ausgang, das Isabella T. postete, stammt vom 31. Oktober.
Die wichtigsten Stationen von Isabellas Verschwinden.
Muss sich die Polizei Vorwürfe gefallen lassen, weil sie nicht öffentlich nach Isabella gefahndet hat? Nein, sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kapo Aargau. «Nur weil wir keine offizielle Öffentlichkeitsfahndung gemacht haben, heisst das nicht, dass die Polizei nichts unternommen hat»

Isabella T. (†20) verschwand am 3. November 2017. Ende Januar 2018 wurde ihre Leiche gefunden.

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Thomas Knecht, leitender Arzt der forensischen Psychiatrie am Psychiatrischen Zentrum Appenzell Ausserrhoden in Herisau, erklärte gegenüber der "Thurgauer Zeitung", eine Gewalttat sei im Fall Isabella nur eine von verschiedenen Möglichkeiten. "Denkbar sind zum Beispiel Alternativen wie Unfall oder Selbstintoxikation." Die Tatsache, dass eine tote Person heimlich beseitigt wurde, ist laut dem Psychiater noch vieldeutig. Ein Gewaltverbrechen müsste jedenfalls Spuren am oder im betreffenden Körper hinterlassen haben - und diese hat die Polizei offenbar noch nicht gefunden.

Schon rund ein Dutzend Zeugen

Polizeisprecher Christen sagt, bisher hätten sich rund ein Dutzend Zeugen gemeldet, die Ermittler hofften aber auf weitere Informationen aus der Bevölkerung. Gemäss bisherigen Erkenntnissen wurde die Leiche von Isabella T., eingerollt in einen hellgrünen Teppich, "vor Sonntagmittag, 24. Dezember 2017 mit einem Fahrzeug in den Wald gebracht", wie es in der Mitteilung heisst. Christen kann aber weder zum genauen Zeitpunkt, noch zur Art des Fahrzeugs weitere Angaben machen.

Offen ist auch, wann und wo die Frau ums Leben gekommen ist, bevor sie nach Zezikon TG gebracht wurde. Auf diese Fragen konzentrieren sich die Ermittlungen der Kantonspolizei Thurgau und der Staatsanwaltschaft Bischofszell sowie weitere Abklärungen des IRM St. Gallen.