Weil der Wettinger Gemeinderat keinen Zugriff auf das Strafregister-Informationssystem Vostra hatte, stellte die Behörde einen vorbestraften Regionalpolizisten an. Yvonne Feri, SP-Nationalrätin und Gemeinderätin in Wettingen, stört sich an der aktuellen Gesetzeslage.

«Ich werde im Hinblick auf die nächste Session die rechtlichen Voraussetzungen überprüfen und überlege mir einen Vorstoss, damit auch weitere Behörden Einsicht ins Strafregister-System Vostra erhalten», sagt Feri. Denkbar wäre für die SP-Politikerin zum Beispiel eine kantonale Stelle, «bei der wir als Gemeinderat einen Bewerber überprüfen lassen könnten - wenn man den direkten Zugriff auf Vostra nicht ausweiten möchte».

Eine weitere Möglichkeit, die Personalselektion bei den Regionalpolizeien zu verbessern, wäre ein einheitliches Assessment für alle Bewerber. «Dass der kantonale Regionalpolizeiverband bereits solche Assessments anbietet, war mir bisher nicht bekannt», erklärt Feri.

Sie möchte die Frage, weshalb die Regionalpolizei Wettingen-Limmattal hier nicht mitmacht, im Gemeinderat thematisieren. «Allerdings stellt sich auch die Frage, ob solche Assessments dazu führen würden, dass Vorstrafen von Polizisten ans Licht kommen würden», schränkt Feri ein.

Forderungen, dass Polizisten überhaupt keine Strafregistereinträge haben dürften, hält Feri für übertrieben. «Grundsätzlich muss man immer berücksichtigen, wie gravierend ein Delikt ist. Ich bin nicht der Meinung, dass niemand Polizist werden kann, der als Jugendlicher einmal ein Töffli frisiert hat», hält sie fest. «Bei häuslicher Gewalt bin ich hingegen für eine konsequente Linie», stellt Yvonne Feri klar.