Es war ein Montagnachmittag – aber einer, den Ruth M. niemals wieder vergessen sollte. An ihrer Tür klingelte ein Mann in blauem Overall, der sich als Handwerker ausgab. Er repariere den Behindertenlift – ob er kurz ihre Toilette benutzen dürfe?

Doch kaum war der Mann in der Wohnung der gehbehinderten Seniorin, bedrohte er sie mit einer Pistole. «Dann sehe ich plötzlich, dass er in der linken Hand eine Pistole hat und ganz ruhig zu mir sagt: 'Ich will Geld.'» So schilderte sie den Überfall damals zu Tele M1.

Nach einer Raubserie im November und Dezember 2012 stellte er sich im Januar 2013 der Polizei. Der 37-Jährige sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Die Zürche Staatsanwaltschaft legt ihm laut acht bewaffnete Raubüberfälle zur Last.

Auch in Zürich bedrohte der Täter Frauen in deren Wohnung mit einer Waffe. Bei drei dieser Raubüberfälle erbeutete er mehrere hundert Franken, zwei Mal flüchtete er ohne Beute.

In Zürich-Schwamendingen gab er sich gegenüber einer Frau als Pöstler aus, ehe er sie zwang, ihm Bargeld zu geben. In Zürich-Affoltern fesselte er sogar die Wohnungsmieterin, ehe er ihr das Bargeld abnahm. Allerdings befreite er sie wieder vor seiner Flucht.

Er überfiel in Zürich auch einen Tabakladen, einen Kiosk, ein Blumengeschäft und zwei Apotheken.

Der Täter ist nach Angaben der Zürcher Stadtpolizei vom Montag geständig und befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug. Die Staatsanwaltschaft hat nach Abschluss der Ermittlungen Anklage erhoben. (pz/sda)