Vor zwei Tagen verliert der 4-jährige Erlind in einem Kreisel in Spreitenbach sein Leben. Der Knabe sitzt angeblich angegurtet, aber ohne Kindersitz, auf der Langbank des Landrovers.

Plötzlich fällt er aus der Hecktüre des Geländewagens. Nur wenige hundert Meter weiter vorne wäre die Familie zuhause gewesen.

«Aus heiterem Himmel machte das Kind zuerst den Gurt und dann die Hecktüre auf. Hinzu kamen im Kreisel noch Fliehkräfte, die die Türe sofort öffneten. Der Junge fiel zu Boden und wurde von einem Auto überfahren», schildert Skender Fazlija, Onkel des verstorbenen Buben, den Vorfall gegenüber «Tele M1».

Unfall in Spreitenbach: Die Verwandten trauern.

Unfall in Spreitenbach: Die Verwandten trauern.

Die beiden Söhne Fazlijas hätten heute eigentlich zusammen mit Erlind in die Sommerferien in den Kosovo fliegen sollen. Sein Onkel war auch das erste Familienmitglied, das am Unfallort eintraf.

«Ich musste meinem Bruder beistehen, denn er hielt seinen verstorbenen Sohn in seinen Händen», sagt Fazlija sichtlich geschockt.

Für den 4-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Und das obwohl wenige Minuten nach dem Unfall zwei Rettungssanitäter, die privat unterwegs waren, anhielten und sofort mit den Wiederbelebungsmassnahmen begannen.

Erlinds Onkel bedankt sich für diese Hilfe: «An die zufällig anwesenden und helfenden Sanitäter gehen auch von meinem Bruder ein grosses Dankeschön».

Dem Fahrer des nachfolgenden Autos, einem 61-jährigen Schweizer aus der Region, macht die Familie Fazlija keine Vorwürfe. Er habe wohl nicht mehr reagieren können, als der Junge plötzlich aus dem Auto fiel. (ahu)