Im Dezember letzten Jahres haben die vier Poolgemeinden Wettingen, Baden, Ennetbaden und Obersiggenthal über die neue Strategie des Krippenpools entschieden. Die Legislativen aller vier Gemeinden haben teils einstimmig, teils mit vereinzelten Gegenstimmen zugestimmt. Die Strategie soll ab 2014 in Kraft treten – doch was genau wird für Eltern, Krippen und Gemeinden neu?

Brigitte Häberle über den Krippenpool in den Region Baden

Brigitte Häberle über den Krippenpool in den Region Baden

Neun Poolkrippen Ende 2011

Brigitte Häberle ist Leiterin der Geschäftsstelle Krippenpool. «Die Kontingentierung der subventionierten Plätze fällt ab 2014 weg», sagt sie. Alle Krippen mit Standort in den Poolgemeinden, die eine Vereinbarung unterzeichnet haben, können dann subventionierte Plätze anbieten. Ende 2011 waren von 24 Krippen neun Poolkrippen. Diese boten zusammen 112 Plätze an, die von den Poolgemeinden subventioniert wurden. Die Poolgemeinden kauften bei den Krippen diese Anzahl Plätze ein. Dass mit dem Wegfall der Kontingentierung auf die Gemeinden Mehrkosten zukommen werden, seien sich die Gemeinden bewusst, sagt Häberle. «Wir haben eine Kostenschätzung für die nächsten Jahre aufgestellt (siehe Tabelle). Die Einwohnerräte und die Gemeindeversammlung haben dieser zugestimmt.»

Für die Eltern gilt noch bis Ende 2013: Wer laut Elternbeitragsreglement berechtigt ist, einen subventionierten Platz zu beziehen, erhält einen Platz, sofern das Kontingent noch nicht ausgeschöpft ist. «Die Krippen mussten nur darauf achten, ob Anspruch auf einen subventionierten Platz besteht.» Eltern, die auf Subventionen angewiesen waren, mussten einen Platz in einer der neun Poolkrippen finden. Da neu die Anzahl subventionierte Plätze nicht mehr limitiert ist, steigt die Chance, einen Platz zu finden – wovon insbesondere Familien oder Alleinerziehende mit mittlerem oder tiefem Einkommen profitieren.

Neue Tarifordnung

Um den Elternbeitrag für einen Krippenplatz zu ermitteln, dient neu die Tarifordnung. Die Tarifordnung basiert auf dem bisherigen Elternbeitragsreglement und der Verordnung. «Die Tarifordnung legt den minimalen und den maximalen Elternbeitrag fest», sagt Häberle. «Darin ist festgehalten, dass unterstützungsberechtigte Eltern je nach Einkommen zwischen 13.90, der Minimalbetrag, oder 100 Franken, der Maximalbetrag, für einen subventionierten Platz bezahlen.» (siehe Fallbeispiel) In der neuen Strategie wurde mit 110 Franken pro Betreuungstag und Platz kalkuliert.

Eltern, die nach der neuen Tarifordnung Anspruch auf einen subventionierten Platz haben, müssen ab 2014 neu noch den Nachweis erbringen, dass sie einen Beruf oder eine Ausbildung ausüben oder auf einen Betreuungsplatz angewiesen sind. Bis heute haben die Krippen die Elternbeiträge selbst ausgerechnet. «Dafür gibt es ab 2014 eine zentrale Stelle», sagt Häberle. «So werden die Krippen entlastet und die Beiträge werden einheitlich berechnet.»

Seit 2002 gibt es den Krippenpool. «Baden, Ennetbaden, Wettingen und Obersiggenthal sind von Anfang an dabei», sagt Häberle. «Die vier Gemeinden kamen zum Schluss, dass sie für sich alleine zu klein sind, um innerhalb der Gemeinde solch eine Fachkompetenz aufbauen zu können, wie es für den Krippenpool nötig ist.» Der Vorteil am Krippenpool ist, dass Eltern innerhalb der Poolgemeinden, aber ausserhalb ihrer Wohngemeinde die Möglichkeit haben, an einen subventionierten Platz zu kommen. «Die Krippen sind sehr ungleich verteilt», so Häberle. «Während in Baden total
15 Krippen existieren, ist es in Obersiggenthal gerade mal eine.» (siehe Tabelle). Den Gemeinden sei es ein Anliegen, den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten. Sind die Krippen in der Wohngemeinde stark besetzt, gibt es Ausweichmöglichkeiten in die Poolgemeinden.