Die Ausgangslage bei der Vizeammann-Wahl war spannend: Mit Antoinette Eckert (FDP) und Yvonne Feri (SP) stellten sich zwei erfahrene und sehr gut vernetzte Frauen zur Verfügung. Man durfte von einem knappen Wahlausgang ausgehen. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Eckert machte fast 700 Stimmen mehr als Feri.

Die Gründe dafür nur im eher bürgerlich wählenden Wettingen zu suchen, wäre zu einfach. Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass die Wettinger Feri nicht zutrauten, auch noch das Vizeammann-Amt zu übernehmen. Es ist zwar nicht so, dass dieses Amt besonders zeitintensiv wäre und nebenbei keine anderen Tätigkeiten oder Funktionen zuliesse.

Doch Yvonne Feri tanzt auf zu vielen Hochzeiten. So ist sie Nationalrätin, Präsidentin der SP Frauen Schweiz und Präsidentin des Kantonalkomitees Aargau «Stiftung für junge Auslandschweizer». Dabei legt sie grossen Wert darauf, dass die Öffentlichkeit auch Kenntnis von ihren Engagements erhält. Dagegen ist per se nichts einzuwenden. Doch denkbar ist auch, dass viele Wettinger nicht eine «Ämtli-Jägerin» zum Vizeammann wählen wollten.